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Amerika

Venezuela bricht Beziehungen zu Kolumbien ab

Im Streit um mutmaßliche Waffenlieferungen hat Venezuela die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien auf Eis gelegt. Kolumbien hatte seinem Nachbarland unterstellt, Waffen an die FARC-Rebellen zu liefern.

Kolumbiens Präsident Uribe (links) und Venezuelas Präsident Chavez (Foto: ap)

Schwierige Beziehung: Kolumbiens Präsident Uribe (links) und Venezuelas Präsident Chavez (Archiv)

Der Staatschef Venezuelas, Hugo Chavez, hat seinen Botschafter aus Bogota abgezogen und außerdem mit wirtschaftlichen Sanktionen gedroht. Kolumbianische Unternehmen in Venezuela könnten enteignet werden, erklärte er. Außerdem kündigte er einen Importstopp von Waren aus Kolumbien an.

Zwischen Kolumbien und Venezuela herrscht ein offener Konflikt. Anlass sind Anti-Panzer-Raketen aus Schweden, die in den 80er Jahren nach Venezuela geliefert wurden und jetzt zu den kolumbianischen FARC-Rebellen gelangten. Die Regierung in Bogota hatte sich deswegen offiziell in Venezuela beschwert.

Empörung in Venezuela

FARC Rebellen (Foto: ap)

Wird die FARC in Kolumbien von Venezuela und Ecuador unterstützt?

Staatschef Chavez zeigte sich empört über die Anschuldigungen: "Es ist vollkommen falsch, dass wir irgendeiner Guerilla-Gruppe, irgendeiner bewaffneten Bewegung Waffen geben." Für die Vorwürfe der kolumbianischen Regierung gebe es keinerlei Beweise, sagte er und sprach von einer "neuen Aggression" des Nachbarlandes. Bei der "nächsten Aggression" würden jegliche Beziehungen zu Kolumbien abgebrochen, erklärte Chavez.

Auch Schweden forderte von Venezuela eine Stellungnahme. "Im geeigneten Augenblick" werde Venezuela ausführlich auf "diese neue Lüge" reagieren, erklärte daraufhin Außenminister Nicolas Madura.

Starker Verbündeter

Die Lage zwischen Venezuela und Kolumbien ist angespannt, da die Regierung in Bogota einen starken Partner an ihrer Seite weiß: Die USA engagieren sich zunehmend in Kolumbien. Erst kürzlich hat der kolumbianische Präsident Uribe den USA erlaubt, drei Militärstützpunkte im Land zu nutzen. Uribe sei "ein Handlanger des Imperiums", kritisierte Chavez.

Truppen aus Ecuador (Foto: ap)

Ecuador schickte seine Truppen 2008 bereits zur kolumbianischen Grenze

Auch Ecuador hat die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien seit einigen Monaten abgebrochen. Denn Kolumbien wirft auch Ecuador vor, die FARC-Rebellen zu unterstützen. Präsident Uribe kritisierte, die FARC-Rebellen hätten den ecuadorianischen Wahlkampf des linken Staatschefs Rafael Correa finanziert. Ecuador dementiert das und droht Kolumbien mit Krieg, sollten die Truppen Uribes noch einmal auf ecuadorianischem Gebiet gegen FARC-Rebellen vorgehen, wie zuletzt im vergangenen Jahr geschehen. (ako/pi/ap/afp/dpa)