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Aktuell Amerika

Vater Snowden appelliert an Obama und kritisiert Kongress

In das diplomatische Bemühen um die Auslieferung des flüchtigen Informanten Snowden hat sich nun dessen Vater eingemischt. Er fordert US-Präsident Barack Obama auf, von einer Strafanzeige gegen seinen Sohn abzusehen.

In einem Brief richtete sich Lon Snowden an US-Präsident Barack Obama. "Wir fordern Sie und den Justizminister auf, die ausstehende Strafanzeige gegen Edward fallen zu lassen", schreibt Lon Snowdens Anwalt. Zudem drängt er Obama und Justizminister Eric Holder dazu, die von Edward Snowden aufgedeckte missbräuchliche Spionage durch den Geheimdienst NSA mit entsprechenden Gesetzen zu beenden.

Eric Holder, im Hintergrund das Emblem des US-Justizministeriums (Foto: Reuters)

Zusicherungen gegen Auslieferung: Minister Eric Holder

Vater Snowden hatte sich bereits vor drei Wochen öffentlich zu Wort gemeldet und die Enthüllungen seines Sohnes, der früher im Auftrag der NSA arbeitete, als tapfer und ehrenwert bezeichnet. Jetzt legte er nach und kritisierte die Regierung und den Kongress für ihr Vorgehen. Deren Eifer, den Computerspezialisten zu bestrafen, sei skrupellos und unvertretbar.

Zuvor hatte Justizminister Holder der russischen Regierung zugesichert, dass die USA für den 30-Jährigen nicht die Todesstrafe anstrebten, falls die Regierung in Moskau ihn ausliefere. In dem Schreiben Holders an seinen russischen Kollegen heißt es, falls Snowden in die USA zurückkehre, werde er vor ein Zivilgericht gestellt und "alle üblichen Rechte der Verteidigung" genießen.

Durch diese "Zusicherungen", so Holder, würden Befürchtungen des IT-Experten über seine Behandlung in den USA, mit denen er seinen Asylantrag in Russland begründet hatte, entkräftet. Snowden sitzt seit dem 23. Juni im Transitbereich eines Moskauer Flughafen fest, weil die USA seine Reisedokumente für ungültig erklärt haben. Sie werfen ihm Geheimnisverrat vor.

Holder schrieb jetzt, der Enthüller könne einen Pass mit "begrenzter Gültigkeit" erhalten, der ausschließlich für eine direkte Reise in die USA benutzt werden könne.

Anfang Juni hatte Snowden international für Aufsehen gesorgt, weil er geheime Spähprogramme der USA und anderer Länder zur Überwachung der weltweiten Internet- und Telefonkommunikation öffentlich gemacht hatte. Er flüchtete zunächst nach Hongkong und dann nach Russland. Die USA forderten mehrfach erfolglos seine Auslieferung.

uh/wl (dpa,afp,ape)