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Kultur

Vater der Ethnologie gestorben

Kurz vor seinem 101. Geburtstag ist der Anthropologe Claude Lévi-Strauss gestorben. Er gilt als Begründer des "Strukturalismus" und beeinflusste mit seinen Büchern auch die Philosophie und Geschichtswissenschaft.

Der französische Anthropologe und Ethnologe Claude Lévi-Strauss in einer undatierten Aufnahme. 28. November 1908 - 1. November 2009. (Foto:dpa)

Der französische Anthropologe und Ethnologe Claude Lévi-Strauss ist tot.

Lévi-Strauss wurde am 28. November 1908 in Brüssel als Sohn jüdischer Eltern aus dem Elsass geboren. Er studierte Philosophie, Rechtswissenschaften und Literatur und nahm als erste wissenschaftliche Station einen Soziologie-Lehrstuhl in Sao Paolo an. Nach zahlreichen Begegnungen mit Indianern begann seine Begeisterung für die Ethnologie und Feldforschungen. Er startete in den 30er Jahren mehrere Expeditionen in Brasilien. 1942 folgte er einem Ruf der New York School of Social Research in New York.

Neben seinen überragenden wissenschaftlichen Fähigkeiten zeigte er in vielen seiner Bücher auch große erzählerische Qualitäten. "Traurige Tropen" (1955), das eine ethnographische Expedition beschreibt, gilt als eines der großen Bücher des 20. Jahrhunderts, das bei der Aufwertung so genannter "Primitiver Völker" eine große Rolle spielte.

Vater der Ethnologen

Claude Levi-Strauss mit einem Buch in der Hand in einer Bibliothek. (Foto:AP)

Claude Levi-Strauss Anfang 1967 am Collège de France

Von 1959 bis 1982 lehrte er am Collège de France und war der erste Anthropologe, der 1973 in die "Academie Française" gewählt wurde. Dort gelangte der Völkerkundler zu Weltruhm. Er begründete die philosophische Schule des Strukturalismus. Die Überzeugung, der Mensch sei ihm unbewussten strukturalen Systemen unterworfen, durchzieht sein wissenschaftliches Werk wie ein roter Faden.

Der Einfluss von Claude Lévi-Strauss ging weit über sein Fachgebiet hinaus. Mit einigen seiner Bücher beeinflusste nicht nur die Anthropologie, sondern auch die Mythen- und Religionsforschung sowie Philosophie und Geschichtswissenschaft.

Autor: Matthias von Hellfeld (dpa/afp)

Redaktion: Dirk Eckert