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Kultur

Vallendar will die Besten

Die Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar bietet ein praxisorientiertes Studium nur für die Besten an. Die private Universität hat allerdings einen Schönheitsfehler - sie kostet.

Campus der WHU - Otto Beisheim School of Management

Campus der WHU - Otto Beisheim School of Management

Hörsaal mit Studenten

Hörsaal der WHU in Vallendar

Er spult sie fast ein wenig mechanisch herunter, die Genüsse, in die er seine sorgfältig ausgewählten Studenten bringt. Der internationalen Ausrichtung folgen neun weitere Vorzüge, bis Rektor Michael Frenkel nach genau drei Minuten und fünfzehn Sekunden beim campusweiten Wireless-LAN ankommt. 5.000 Euro Studiengebühren pro Semester wollen gut erklärt sein, in einem Land, in dem das Studium in der Regel umsonst ist.

Das Konzept "Auswahl der Besten" ist besonders in Sachen Management wichtig, denn die internationale Konkurrenz ist groß: Harvard in den USA, die London Business School und auch IESE in Barcelona machen vor, wie die Business-Ausbildung auszusehen hat. Auch die WHU zieht aber eine gute Zwischenbilanz: Die große Mehrheit der Absolventen - knapp 80 Prozent - gehören zu den zehn Prozent der besten Betriebswirtschafts-Studenten in Deutschland.

Soziales Engagement zählt

Hendrik Thörner zählt zu den so genannten Besten, auch wenn er das von sich nicht behaupten würde. Im Frühjahr 2001 hat er sich mit 400 anderen an der WHU beworben, den Aufnahmetest bestanden. Er spricht Englisch, Spanisch und "Taxi-Chinesisch", wie er sagt. Und er bringt das soziale Engagement mit, das Rektor Michael Frenkel erwartet. BWL-Student Thörner ist Rettungssanitäter. Mit vier Kommilitonen hat er ein Ersthilfe-System für Vallendar gegründet. "Wenn in Vallendar lebensbedrohliche Situationen auftreten, werden wir gleichzeitig mit dem Rettungswagen und dem Notarzt alarmiert, sind aber aufgrund der räumlichen Nähe fünf bis zehn Minuten früher da und können qualifiziert erste Hilfe leisten."

Praxisorientierter als staatliche Unis

Student Christopher Cederskog hat im August 2006 seine Diplomarbeit abgegeben - nach acht Semestern, zwei davon hat er im Ausland absolviert. In den Semesterferien hat er außerdem drei Praktika gemacht. Er war beim Bankkonzern UBS in Zürich, bei Mitsubishi Motors in Japan und bei der Deutschen Bank. "Was wirklich der Vorteil ist, dass man aus dem Studium herausgeht und wirklich weiß, wie der Job nachher aussehen wird." Das sei ein großer Unterschied zu Leuten, die an der staatlichen Universität studieren und nicht so viele Praktika gemacht haben, glaubt Cederskog. Nach einer halbjährigen Verschnaufpause wird er bei der Deutschen Bank seinen ersten Job antreten.

Metro-Gründer Otto Beisheim (Archiv-Bilder)

Metro-Gründer Otto Beisheim (Archiv-Bilder)

Ehemalige spenden für die Uni

Zu 43 Prozent finanziert sich die private Universität über Spenden von Ehemaligen oder Unternehmen. Über 30 Prozent kommt aus den Studiengebühren. Rund fünf Prozent der Einnahmen kommen aus den Zinsen des so genannten Stiftungskapitals, das 30 Millionen Euro beträgt und das nicht angetastet werden darf. Davon stammt der Großteil, 25,5 Millionen Euro, von Otto Beisheim, dem Gründer der Metro-Handelskette. Deshalb trägt die Hochschule den Beinamen "Otto Beisheim School of Management". Geld ist wichtig, denn Frenkel möchte die WHU gerne vergrößern. Momentan bildet er an seiner Hochschule 85 Betriebswirte pro Jahr aus. Bald sollen es doppelt so viele sein. Dafür braucht Frenkel noch mehr Abiturienten, die sich bewerben - und exzellente Professoren, die bei ihm arbeiten wollen.

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