1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

Vage Hoffnung auf Waffenruhe

Im blutigen Gaza-Konflikt sieht der ägyptische Präsident Mursi "Anzeichen" für eine baldige Feuerpause. Feste Garantien habe man allerdings nicht. Israel und die Palästinenser setzten ihre Angriffe fort.

Der ägyptische Präsident Mursi (Foto: Reuters)

Mohammed Mursi Präsident Ägypten

Ägypten hält einen baldigen Waffenstillstand zwischen Israel und Palästinensern für möglich. Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi sagte auf einer Pressekonferenz mit dem türkischen Regierungschef Tayyip Erdogan in Kairo, sein Land versuche zu vermitteln. "Es gibt einige Anzeichen dafür, dass es schon in Kürze die Möglichkeit einer Waffenruhe gibt, allerdings haben wir noch keine festen Garantien." Man arbeite mit arabischen und westlichen Ländern sowie Russland zusammen.

Die israelische Luftwaffe flog auch am Sonntagmorgen weitere Luftangriffe. Militante Palästinenser schossen zugleich weitere Raketen Richtung Israel. Damit zerschlugen sich vorläufig Spekulationen über eine unmittelbar bevorstehende Feuerpause. Der als gut vernetzt geltende israelische Journalist Amit Segal schrieb via Twitter, ein hochrangiger israelischer Beamter habe Verhandlungen über ein Ende der Gewalt bestätigt.

Fast 1000 Ziele beschossen

Eine Explosion mit Rauchsäule erschüttert Gaza-Stadt (Foto: Reuters)

Gaza-Stadt wird von einer schweren Explosion erschüttert

Das israelische Militär hat seit Mittwoch fast 1000 Ziele im Gazastreifen unter Beschuss genommen. Hauptziel ist, Raketen, Waffenlager und andere Einrichtungen der Hamas zu zerstören, um so weitere Raketenangriffe zu unterbinden. Die Hamas und andere militante Gruppen in der Enklave am Mittelmeer feuerten im Gegenzug bisher fast 750 Raketen und Granaten Richtung Israel ab. Mindestens 245 Raketen konnte die israelische Luftabwehr abfangen.

Militante Palästinenser feuerten am Samstag eine weitere Rakete Richtung Tel Aviv ab. Die israelische Raketenabwehr zerstörte das Geschoss in der Luft, sie war erst wenige Stunden zuvor zum Schutz der Metropole aufgebaut worden. Gleichzeitig zog Israel weitere Truppen an der Grenze zum Gazastreifen zusammen. Bis zu 75.000 Reservisten müssen mit einer Einberufung rechnen.

Tausende Palästinenser geflohen

Video ansehen 00:48

Israel setzt Luftangriffe fort

Bei den Attacken auf den Gazastreifen wurden allein am Samstag nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte mindestens 14 Palästinenser getötet. Damit stieg die Zahl der palästinensischen Todesopfer auf mindestens 44. In Israel wurden drei Israelis getötet. Nach Angaben von Augenzeugen flohen im Gazastreifen Tausende Menschen aus Furcht vor einer israelischen Bodenoffensive aus ihren Häusern.

Die israelische Zeitung "Jediot Achronot" berichtet, die Hamas habe Bedingungen für ein Ende der Raketenangriffe auf Israel genannt. Die seit 2007 bestehende Blockade der Enklave durch Israel und Ägypten müsse aufgehoben und die Tötungen von Mitgliedern militanter Palästinensergruppen durch Israel aufhören, schreibt das Blatt unter Berufung auf die islamistennahe Webseite Palestine Al-Jum. Diese Forderungen habe der Hamas-Exilchef Chaled Maschaal dem Leiter des ägyptischen Geheimdienstes, Rafat Schehata, genannt.

Arabische Liga zeigt sich solidarisch

Die Außenminister der Arabischen Liga beraten in Kairo über den Gaza-Konflikt (Foto: Reuters)

Die Außenminister der Arabischen Liga beraten in Kairo über den Gaza-Konflikt

Die Arabische Liga kündigte einen Solidaritätsbesuch im Gaza-Streifen an. Die Liga kritisierte die israelischen Angriffe auf Gaza scharf und bezeichnete sie als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Liga-Generalsekretär Nabil al-Arabi rief die Mitgliedsstaaten dazu auf, alle bisherigen arabischen Bemühungen um den Friedensprozess im Nahen Osten auf den Prüfstand zu stellen.

Vor einem Flächenbrand warnte derweil der deutsche Außenminister Guido Westerwelle. In einem Beitrag für "Bild am Sonntag" schreibt Westerwelle: "Die Lage ist brandgefährlich. Der ganzen Region droht die Eskalation." Nun seien "Umsicht, Verhältnismäßigkeit und Deeskalation das Gebot der Stunde." Er rief die Konfliktparteien auf, die Waffen zum Schweigen zu bringen.

kle/haz (dpa, afp, rtr, dapd)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema