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Kultur

Vage Hoffnung auf Rehhagel

Die Trainerfindungskommission des Deutschen Fußball-Bundes ist nicht zu beneiden: Denn sie findet keinen, der Rudi Völlers Job machen will.

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Otto Rehhagel: Mit Handkuss zum DFB?


"Ich denke, irgendeinen werden wir schon finden", sagte DFB-Vizepräsident Franz Beckenbauer in einem Anflug von Resignation. Er überrumpelte mit seinem Geständnis die Trainerfindungskommission (TFK), die die Trainerfrage mittlerweile zur "geheimen Kommandosache" erklärt hat. Aber es ist nicht zu verbergen: Auf der Suche nach einem neuen Bundestrainer steckt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in einer Sackgasse. Wunschkandidat Otto Rehhagel bewegt sich zwar auf den DFB zu, aber lediglich im Schneckentempo: Er wolle sich erst mit Ehefrau Beate beraten, hieß es. In Griechenland schließt Verbands-Chef Vasílis Gagátsis mittlerweile nicht mehr aus, dass der 65-jährige Europameister-Trainer schlussendlich um vorzeitige Auflösung seines bis 2006 gültigen Vertrages bitten wird.

Nichts als Absagen

Der Franzose Arsene Wenger vom englischen Meister Arsenal London, Thomas Schaaf vom deutschen Double-Gewinner Werder Bremen sind derweil schon vom Kandidaten-Karussell abgesprungen. Zuvor hatten mit Ottmar Hitzfeld, Christoph Daum, Jupp Heynckes und Morten Olsen bereits prominente Trainer dem DFB einen Korb gegeben. Auch der Freiburger Coach Volker Finke, angeblich hinter Rehhagel die Nummer zwei bei Chef-Headhunter Franz Beckenbauer, dürfte sich durch kritische Äußerungen gegenüber dem Verband selbst aus dem Rennen gekegelt haben. "Die Chance, einen guten Nachfolger für Völler zu finden, ist gleich Null", sagte der 56-Jährige dem Fachmagazin kicker. Ungarns Nationaltrainer Lothar Matthäus, der sich ständig anbietet, ist allenfalls eine Notlösung, ebenso wie der Niederländer Guus Hiddink. "Ich weiß nicht, ob ich der Richtige bin. Doch ich würde mich vor der Verantwortung nicht drücken", erklärte Matthäus.

Vermeintliche Ruhe

Beckenbauer hat immerhin dafür gesorgt, dass der nach Rudi Völlers Rücktritt orientierungslos dahin treibende DFB zu einer klaren Linie gefunden hat. Sollte die Suche länger dauern, kann sich Beckenbauer für das Länderspiel am 18. August gegen Österreich eine Übergangslösung mit einem DFB-Trainer vorstellen. Denn: "Es macht keinen Sinn, täglich Wasserstandsmeldungen abzugeben. Wenn wir ein Ergebnis haben, werden wir das der Öffentlichkeit mitteilen", ließ auch DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt wissen. Ein Zeitlimit hat sich die TFK nicht gesetzt.(arn)

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