1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wissen & Umwelt

Usutu-Virus grassiert weiter unter Vögeln in Deutschland

Auch in diesem Jahr sind in Deutschland wieder zahlreiche Vögel an dem afrikanischen Usutu-Virus verendet. Übertragen wird die Krankheit durch Stechmücken. Vor allem Amseln waren in den letzten Jahren daran gestorben.

1380 Verdachtsfälle von Vögeln, die am Usutu-Virus gestorben sein könnten, hat der Deutsche Naturschutzbund (NABU) in diesem Jahr in Deutschland registriert. Dies sagte der Vogelschutzexperte der Umweltschutzorganisation Marius Adrion gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin hat in dem Zeitraum 130 aufgefundene tote Vögel auf das Virus untersucht und konnte es in 45 Fällen nachweisen.

Erstmals 2001 in Europa aufgetreten

Das Usutu-Virus stammt aus der Region um den Usutu-Fluss in Swasiland, zwischen Südafrika und Mosambik. Dort wurde es erstmals 1959 entdeckt. In Europa trat es 2001 bei Vögeln in Österreich auf. In den folgenden Jahren gab es dann auch Infektionen in Ungarn, der Schweiz und Italien. 

Seit 2011 grassiert das Virus in Deutschland. Damals hatten Tiermediziner die erste große Erkrankungswelle festgestellt.

Nach einigen Jahren mit wenigen Fällen gab es dann 2016 erneut eine Epidemie, die vor allem Amseln betraf. Etwa 600 tote Vögel wurden damals gefunden.

Das Usutu-Virus wird durch Stechmücken übertragen. Aufgrund der feuchten und warmen Witterung im Spätsommer haben sie sich besonders stark vermehrt. Deshalb kam es 2017 vermutlich auch zu der weiteren Zunahme von Infektionen, sagen die Vogelschützer.

Die meisten Verdachtsfälle kommen 2017 aus Nordrhein-Westfalen. Dort gab es mehr als 500 tote Vögel. Weitere je 100 Meldungen stammten aus Baden-Württemberg und Sachsen. Auch deute sich eine Ausbreitung des Virus nach Norden an, sagte Adrion. So gibt es Verdachtsfälle in Bremen und Hamburg. 

Auch Menschen können sich mit dem Usutu-Virus infizieren. Meist ist der Krankheitsverlauf glimpflich. Bei Menschen mit Immunschwäche kann es aber zu Fieber, Kopfschmerzen, Hautausschlag und in seltenen Fällen zu einer Gehirnentzündung führen. 

fs/gh (dpa)

Die Redaktion empfiehlt