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Tour de Ski

Ustjugow und Weng siegen bei Tour de Ski

Der Russe Sergej Ustjugow lässt sich den Erfolg auf der letzten Etappe nicht mehr nehmen. Bei den Damen bleibt die Tour de Ski in norwegischer Hand. Mit Heidi Weng siegt eine Athletin, die sonst im Schatten steht.

Die ersten fünf Etappen der Tour de Ski hatte Sergej Ustjugow allesamt gewonnen, erst am Samstag gab es auf der sechsten Etappe mit Tagesrang zwei hinter Verfolger Martin Johnsrud Sundby aus Norwegen einen ersten kleinen Rückschlag. Doch beim traditionellen Schlussanstieg über 420 Höhenmeter hinauf zur Alpe Cermis in Val di Fiemme hielt der mit 1,95 Metern Körpergröße nicht als Kletterer prädestinierte Ustjugow seinen Vorsprung auf den kleineren und leichteren Sundby und feierte einen überlegenen Gesamtsieg. Der 24-jährige Russe benötigte für die siebte Etappe 30:27,7 Minuten und verwies damit Vorjahresgewinner Sundby mit 1:02,9 Minuten Vorsprung auf Rang zwei. Dritter wurde der dreimalige Tour-Sieger Dario Cologna aus der Schweiz mit 1:19,1 Minuten Rückstand. Bester Deutscher bei der elften Auflage des Etappen-Rennens war Florian Notz mit 5:43,1 Minuten Rückstand auf Platz 17. Lucas Bögl wurde 19. 

Ustjugow gilt als Ausnahmetalent, das eine kontinuierliche Entwicklung vom Nachwuchsbereich bis in die Weltspitze genommen hat und nun mit dem Tour-de-Ski-Sieg den ersten großen Erfolg bei den Herren feiern kann. Dass er den Gesamtsieg mit fünf Etappensiegen krönte, zeigt seine Vielfältigkeit. Ein kleiner Schatten fällt auf seinen Erfolg allerdings dadurch, dass er unter Anleitung des deutschen Trainers Markus Cramer unter anderem gemeinsam mit den derzeit wegen Dopingverdachts suspendierten Alexander Legkow und Jewgeni Below eine Trainingsgruppe bildet. Ustjugow widmete seine Siege Legkow. Der neue Tour-de-Ski-Sieger gilt anders als seine Trainingspartner als unbescholten, auffällige Werte gab es bei ihm bislang nicht. 

Weng läuft allen davon

Bei den Frauen sahen die Fans an der Strecke zuvor einen Sieg mit Ansage, jedoch war er bedeutend schwerer zu erringen als erwartet: Die Norwegerin Heidi Weng schaffte ihren ersten großen Einzelerfolg und trat endgültig aus dem Schatten ihrer namhaften Teamkolleginnen Marit Björgen und Therese Johaug heraus. Bisher war Weng in den meisten Einzelentscheidungen die "ewige Dritte". Dreimal hintereinander wurde sie bei der Tour de Ski auf den Bronzeplatz verwiesen, bei Olympia in Sotschi kam sie als Dritte im Skiathlon ins Ziel, ebenso bei der WM 2013 in Val di Fiemme. Und auch im Gesamtweltcup fand sie in den beiden zurückliegenden Saisons jeweils zwei Bezwingerinnen. Diesmal setzte sich die 25-Jährige auf der Schlussetappe frühzeitig von ihren Verfolgerinnen ab und sicherte sich durch einen überlegenen Sieg vor der Finnin Krista Pärmäkoski und der drittplatzierten Schwedin Stina Nilsson auch 400 Punkte für den Gesamtweltcup.

Tour de Ski 2017 - Krista Pärmäkoski Heidi Weng und Stina Nilsson (picture alliance/dpa/M. Kainulainen/Lehtikuva)

Glückliche Gesichter auf dem Podest: Krista Pärmäkoski, Siegerin Heidi Weng und Stina Nilsson (v.l.n.r.)

Im Ziel waren Erleichterung und Freude so groß, dass Weng in Tränen ausbrach. Weng ist eine Allrounderin, die sich jeden Erfolg aber hart erarbeiten muss. Das Talent wurde ihr nicht in die Wiege gelegt. Vielmehr ist die Osloerin eine Arbeiterin, die über den Trainingsfleiß Schritt für Schritt ihren überlegenen Teamkolleginnen näher rückt. Anders als die wegen Doping suspendierte Vorjahressiegerin Therese Johaug ist Weng äußerst zurückhaltend.

Fessel fällt zurück

Aus deutscher Sicht verlief das Ende der Tour nicht so erfolgreich wie erhofft: Nicole Fessel verpasste die anvisierte Top-10-Platzierung. Sie beendete die traditionelle Bergverfolgung auf Rang 15. Besser war Stephanie Böhler, neben Fessel die einzige von ursprünglich zehn deutschen Frauen die das Etappenrennen beendete, auf Rang 13. Fessel hatte mit zwei starken sechsten Plätzen in ihren Heimrennen in Oberstdorf bei der 11. Austragung der Tour für die Highlights aus deutscher Sicht gesorgt und damit Hoffnungen auf eine vordere Platzierung geweckt. Nach einem 21. Platz im Freistil-Einzel in Toblach und Rang 17 im Massenstart am Samstag in Val di Fiemme war die 33-Jährige jedoch im Gesamtklassement auf Platz 13 zurückgefallen.

asz (sid, dpa)

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