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Korea-Konflikt

USS Carl Vinson noch lange nicht vor Koreas Küste

Seit mehr als einer Woche heißt es von Seiten der USA, US-Kriegsschiffe seien in Richtung Nordkorea unterwegs. Das stimmt aber gar nicht. Noch kreuzt der Flugzeugträger USS Carl Vinson vor der Nordwestküste Australiens.

US-Flugzeugträger USS Carl Vinson (picture-alliance /dpa/ZUMA/U.S. Navy/DOD/M. Brown)

Der Flottenverband mit dem Flugzeugträger USS Carl Vinson im März vor den Philippinen

Die militärischen Muskelspiele von US-Präsident Donald Trump gegenüber Nordkorea sind bislang offenbar noch leere Drohungen: Wie das Pentagon jetzt einräumte, war der Flugzeugträger USS Carl Vinson, den die US-Regierung vermeintlich bereits vor Tagen zur koreanischen Halbinsel entsandt hatte, bis Dienstag noch gar nicht dahin unterwegs.

Erstmal Richtung Süden gefahren

Ein Sprecher des US-Pazifikkommandos erklärte auf Anfrage, der Flugzeugträger, der von einem Kampfflugzeug-Geschwader, zwei Lenkwaffenzerstörern und einem Kreuzer begleitet wird, sei am 8. April von Singapur aus zunächst nach Australien aufgebrochen. Die Schiffe hätten vor der Nordwestküste Australiens an einer Trainingsmission mit der australischen Marine teilgenommen. Nun seien die Marineschiffe aber in Richtung Westpazifik unterwegs, teilte das US-Pazifikkommando mit. Ein Pentagon-Mitarbeiter sagte, der Flugzeugträgerverband werde sich "innerhalb der nächsten 24 Stunden" in Richtung der koreanischen Halbinsel in Bewegung setzen.

Die US-Marine hatte hingegen schon zehn Tage zuvor angekündigt, sie schicke die USS Carl Vinson als abschreckende Maßnahme gegen Nordkorea in diese Richtung. Verteidigungsminister James Mattis sagte dann zwei Tage später, der Flugzeugträgerverband sei "auf seinem Weg hoch" zu der Halbinsel. Und Trump erklärte am Tag darauf: "Wir schicken eine Armada. Sehr mächtig." US-Medien sprachen jetzt von Kommunikationspannen in der US-Regierung.

Drohgebärden auf beiden Seiten

Diese Ankündigungen über die Entsendung des Flottenverbandes schürten weltweit die Sorgen, dass der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm in eine militärische Konfrontation münden könnte. Die kommunistische Regierung in Pjöngjang reagierte auf die US-Drohungen bislang unnachgiebig. Der nordkoreanische Vizebotschafter bei den Vereinten Nationen sagte zuletzt, sein Land sei bereit, auf "jegliche Art von Krieg" seitens der USA zu reagieren.

"Das Schwert steht bereit" 

US-Vizepräsident Mike Pence bekräftigte, Nordkorea sei "die gefährlichste und akuteste Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit" in der Asien-Pazifik-Region. In einer Rede an Bord des in Japan stationierten US-Flugzeugträgers "USS Ronald Reagan" warnte Pence die Führung in Pjöngjang, die USA würden jeden Angriff zerschlagen und jeglichen Einsatz von konventionellen oder atomaren Waffen mit einer "überwältigenden und wirksamen" Reaktion beantworten. Die USA würden stets nach Frieden streben. Unter US-Präsident Donald Trump aber stehe "das Schwert bereit", sagte Pence zum Abschluss zweitägiger Gespräche in Japan, das ein enger Verbündeter der USA ist.

Das isolierte Nordkorea strebt trotz internationaler Ächtung den Bau von Atomwaffen und Raketen mit großer Reichweite an. Mehrere UN-Resolutionen, die dem Land den Abschuss ballistischer Raketen untersagen, ignoriert Pjöngjang konsequent. Zuletzt hatte Nordkorea am Sonntag eine Rakete zu Testzwecken gestartet, sie war allerdings kurz nach dem Start explodiert.

qu/fw (afp, dpa, APE)