Usbekistans WM-Star ist ein Schiedsrichter | Sport | DW | 08.06.2018
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FIFA WM 2018

Usbekistans WM-Star ist ein Schiedsrichter

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft können die Fans in Usbekistan jubeln, obwohl ihre Nationalelf erneut nicht dabei ist. Stattdessen entsendet das Land seinen eigentlichen Star nach Russland: den Referee Rawschan Irmatow.

Der 40-jährige Schiedsrichter Rawschan Irmatow (Artikelbild) gilt als einer der besten Unparteiischen der Welt. Während sich die usbekischen Fußballer noch nie für eine WM qualifizieren konnten, ist das Turnier in Russlandbereits das dritte für Irmatow. Er stand erstmals 2010 in Südafrika als jüngster Schiedsrichter auf dem Platz und leitete während dieser WM fünf Spiele - ein Rekord.

In Südafrika pfiff er auch das prestigeträchtige Eröffnungsspiel. "Der jüngste Schiedsrichter in dem Turnier zu sein und ausgewählt zu werden, um ein Spiel zu leiten, auf das die Menschen vier Jahre lang gewartet haben, war unglaublich", erinnert sich der 40-Jährige im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. "Es fühlte sich an wie ein Traum. Ich musst mich selbst kneifen."  

"Mach es so gut du kannst"   

Irmatow machte Eindruck und wurde vier Jahre später für die WM in Brasilien nominiert. Im asiatischen Fußball war er da schon längst eine Berühmtheit. Fünf Mal wurde er zum besten Schiedsrichter der Asiatischen Fußball-Konföderation (AFC) gewählt.

Dabei wollte Irmatow eigentlich Karriere als Fußballer machen, doch eine Verletzung beendete seine Träume. Schiedsrichter wurde er dann durch einen Zufall. Sein Vater habe damals eine Jugendmannschaft trainiert, er habe ihm dabei geholfen, erzählt er. "Während eines ihrer Spiele kam der vorgesehene Schiedsrichter nicht. Mein Vater gab mir eine Pfeife und sagte: 'Mach es so gut du kannst'".

Nicht der Mann des Spiels

Wo auch immer er heute in Taschkent, der Hauptstadt Usbekistans auftaucht, bitten ihn Fans um Fotos und Autogramme. Kürzlich bei einem Spiel in Bunjodkor brach tosender Applaus los, als verkündet wurde, dass Irmatow die Partie leiten werde. Auch bei der WM in Russland, wo mindestens zwei Millionen Usbeken leben, kann der Star-Unparteiische mit Unterstützung seiner Landsleute rechnen. Trotzdem werde er alles dafür tun, damit das Scheinwerferlicht nicht auf ihn fällt. "Ein Schiedsrichter sollte nicht auf den Platz gehen um zu versuchen, der Mann des Spiels zu sein."

ml/to (afp)

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