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Kultur

Usbekistan sucht Netzanschluss

Noch ist das Internet in Usbekistan nicht weit verbreitet. Das Land ist aber bemüht, den Ausbau des Netzes zügig voranzutreiben. Und die Nutzer werden immer mehr.

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Die Website von "Prawda Wostoka"

Die in diesem Jahr eingerichtete Webseite "Made in Uzbekistan" ist zum Hit im usbekischen Internet geworden. Sie wird täglich von bis zu 10.000 Personen besucht. Das sind meist Geschäftsleute, Politiker, Studenten und Touristen, für die die Seite zu einem wahren Nachschlagewerk geworden ist. An der Gestaltung der Site beteiligten sich auch Journalisten der ersten Internet-Nachrichtenagentur in Usbekistan "UzReport", die selbst acht Seiten zu verschiedenen Themen anbietet. "UzReport" ist eine private Agentur und auch das ist ein Merkmal für die heutige Zeit.

Zeitungsseiten sind unbeliebt

Die usbekischen Zeitungen nutzen das Internet aktiv, unter ihnen auch die wichtigsten Regierungszeitungen "Prawda Wostoka" und "Narodnoje slowo". Die Seiten der usbekischen Zeitungen werden selten besucht. Einer der Leiter der staatlichen Agentur für Post und Telekommunikation, der nicht genannt werden wollte, erklärte gegenüber der Deutschen Welle, der Grund dafür sei, dass sie selten aktualisiert würden und uninteressant seien. Es gebe jedoch eine Ausnahme, und zwar die Seite der Zeitung "Narodnoje slowo", die viel offizielles Material, Gesetzestexte und andere Informationen anbiete.

Internet ist ein gutes Geschäft

In Usbekistan sind nach Angaben des DW-Korrespondenten in Taschkent, Jurij Tschernogajew, 83 Internet-Provider tätig. Die Anzahl ihrer Nutzer ist allerdings unbekannt. Der stellvertretende Direktor des größten Internet-Providers in Usbekistan "Uzpak", Wladimir Stejnberg, betrachtet dies als Geschäftsgeheimnis. "Diese Meinung vertreten auch seine Kollegen," so Tschernogajew. "Man kann aber davon ausgehen, dass das Geschäft gut läuft, da jüngst sogar auch die staatliche Taschkenter Telefongesellschaft begann, Internet-Dienste anzubieten, obwohl deren gewöhnliche Telefondienste immer noch Kopfschmerzen bereiten." Eines steht fest: Das Internet ist in Usbekistan ein gutes Geschäft. Tagsüber kostet eine Stunde etwa einen US-Dollar, nachts um die Hälfte weniger. In den vergangenen vier Monaten sind die Tarife um 25 Prozent gestiegen.

Beginn eines Großprojekts

Der Geschäftsführer des Internet-Providers "Uzpak", M. Sangilow, sagte der Deutschen Welle, sein Unternehmen beginne derzeit, das größte Projekt zum Ausbau des Internets in der Geschichte Usbekistans umzusetzen. Den unter acht Teilnehmern ausgeschriebenen Wettbewerb zur Lieferung von Ausrüstungen gewann die amerikanische Gesellschaft "Belam", die Geräte im Werte von 5,8 Millionen US-Dollar liefern wird. Heute gibt es im Land 18 Internet-Knotenpunkte. In Zukunft sollen es 235 sein, das heißt, dass es sie auch in kleinen Städten geben wird.

Die Kapazität eines Zugangs beträgt derzeit 3,5 Megabit pro Sekunde, in Zukunft soll sie 12 Mal höher liegen. Trotzdem sollen die Internet-Dienste billiger werden, aber auch schon jetzt gewährt "Uzpak" in einigen Regionen Nachlässe von 50 Prozent.

Strenges Mediengesetz

Vor einem Monat hatte die Regierung die Einfuhrzölle für Computertechnik abgeschafft, wonach der Verkauf vom Computern um 12 Prozent anstieg. Während das Internet wächst, ist der Staat sich dessen bewusst, dass nicht alles im Internet "gut" ist. Wie M. Sangilow sagte, greift hier das usbekische Mediengesetz, das Kriegspropaganda, Gewalt, Rassismus und religiösen Streit verbietet. Deswegen kann man um keinen Preis auf eine Porno-Site oder beispielsweise auf die Seite der tschetschenischen Mudschahedin "Kavkas" gelangen. Trotzdem kann man das Internet nicht ganz kontrollieren und vieles ist offen.

Die Zeiten ändern sich

Die russische Seite "Ferghana.ru", die sich auf usbekische Themen spezialisiert hat und die man einst gewissen Empfehlungen zufolge nicht besuchen sollte, gewann auf dem letzten Internet-Festival die Auszeichnung in der Kategorie "Beste ausländische Seite über Usbekistan". Wenn man bedenkt, dass das Internet-Festival auf Initiative des Pressedienstes des usbekischen Präsidenten entstand, kann man sagen, dass sich die Zeiten ändern.

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