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Konflikt mit Nordkorea

USA ziehen Sanktionsschraube gegen Nordkorea weiter an

Zum wiederholten Mal innerhalb weniger Tage verhängen die USA im Streit um das Atom- und Raketenprogramm neue Strafmaßnahmen. Auch der verbale Schlagabtausch weiter zwischen Präsident Trump und Kim Jong Un geht weiter.

Die neuen Wirtschaftssanktionen richten sich gegen acht Banken des weitestgehend isolierten Landes sowie 26 Personen mit Verbindungen zum nordkoreanischen Finanzsektor, wie US-Finanzminister Steven Mnuchin in Washington mitteilte. Die US-Strategie, das Land "vollständig zu isolieren", werde dadurch weiter vorangetrieben, erklärte er.

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Sämtliche Vermögenswerte der betroffenen Banken und Einzelpersonen in den USA werden nach seinen Angaben gesperrt. Die Strafmaßnahmen richten sich demnach gegen Nordkoreaner, die in China, Libyen, Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten für Banken ihres Heimatlandes arbeiten. Die Sanktionen sind nach Angaben des Ministeriums Teil der UN-Resolution, die der Sicherheitsrat am 11. September verabschiedet hatte. Erst in der vergangenen Woche hatte Trump einen Maßnahmenkatalog unterzeichnet, der vor allem die Handelspartner Pjöngjangs abstrafen soll.

Trump: Militärschlag nicht die bevorzugte Option

US-Präsident Donald Trump wird nicht müde, vor Nordkorea zu warnen. Bei einem Treffen mit dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy im Weißen Haus rief Trump "alle verantwortungsbewussten Nationen" dazu auf, bei der Isolierung des kommunistischen Landes zusammenzuarbeiten. Nordkoreas Atomprogramm sei eine Gefahr für alle Staaten. Trump betonte erneut, die USA seien auf einen Militäreinsatz gegen Nordkorea "vollkommen vorbereitet", falls dies notwendig sein sollte. Ein solcher Einsatz hätte für das ostasiatische Land "verheerende" Folgen, warnte er. Ein Militäreinschlag sei für die USA aber nicht die bevorzugte Option, schränkte Trump ein.

Verbaler Schlagabtausch

Die Verbalattacken zwischen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und Trump hatten sich in den vergangenen Tagen gefährlich weiter hochgeschaukelt. Zuletzt warf der US-Präsident dem Nordkoreaner vor, den Konflikt um das Atomprogramm des Landes rhetorisch eskalieren zu lassen. "Er benimmt sich sehr schlimm, er sagt Dinge, die niemals gesagt werden sollten." Ob er damit auch Kims jüngste Verbalattacke gegen seine Person meinte, ließ Trump offen. Kim Jong Un hatte Trump am Wochenende als "geisteskranken Greis" bezeichnet, nachdem dieser in einer Rede vor der UN-Vollversammlung Nordkorea für den Fall eines Angriffes auf die USA oder Verbündete mit "völliger Zerstörung" gedroht hatte,  falls Pjöngjang im Streit um sein Atom- und Raketenprogramm nicht einlenke. Er bezeichnete Kim als "Raketenmann", der sich auf einer "Selbstmordmission für sich selbst und sein Regime" befinde.

Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho sprach daraufhin von einer "Kriegserklärung" der USA. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, wies dies jedoch als "absurd" zurück und unterstrich, ihre Regierung bemühe sich weiterhin um eine "friedliche Denuklearisierung" der koreanischen Halbinsel.

Tillerson zu Korea-Gesprächen in China

Der gefährlich zugespitzte Konflikt zwischen den USA und Nordkorea wird auch im Mittelpunkt eines Chinabesuchs von Rex Tillerson stehen, zu dem der US-Außenminister am Donnerstag in Peking erwartet wird. Die USA hatten Pjöngjangs letzten Verbündeten China zuletzt nachdrücklich zu einer stärkeren Einflussnahme auf Nordkorea zu drängen versucht. Es gebe in dieser Frage einen gewissen Fortschritt, sagte die Sprecherin des Außenministeriums in Washington.

qu/kle (rtr, afp, dpa)