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Atomkonflikt

USA wollen maximalen Druck auf Nordkorea

Nach dem jüngsten Raketentest Nordkoreas haben die USA alle Länder aufgerufen, ihre diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Pjöngjang zu beenden. Gesonderte Appelle ergingen an China und Deutschland.

Hwasong-15 beim Start (Reuters/KCNA)

"Hwasong-15" beim Start

Länder mit diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea sollten diese abbrechen, um im Atomstreit mit dem kommunistischen Land den Druck auf Pjöngjang zu erhöhen, erklärte das Außenministerium in Washington. "Ruft Euren Botschafter zurück", forderte die Sprecherin des State Department, Heather Nauert, mit Blick auf Deutschland.

Thomas Schäfer (picture-alliance/dpa/J. Carstensen)

Vertritt Deutschland in Pjöngjang: Thomas Schäfer

Die Bundesrepublik gehört anders als die USA zu den Ländern, die bisher ihre diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea aufrechterhalten haben.

Das Problem Nordkorea betreffe nicht nur die USA, fügte Nauert hinzu: "Nordkorea bedroht die gesamte Welt." Es bedürfe gemeinsamer weiterer Anstrengungen, um das Land an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Kein Öl mehr!

In einer Dringlichkeitssitzung des Weltsicherheitsrats berichtete die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley zudem, US-Präsident Donald Trump habe in einem Telefonat mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping gefordert, dass China sämtliche Öllieferungen an Nordkorea stoppen solle. Xi habe die Chance, "das Richtige zum Nutzen aller Länder zu tun", sagte Haley.

Nikki Haley (Getty Images/D. Angerer)

Nikki Haley

Zugleich warnte die US-Diplomatin, "im Falle eines Kriegs" würde die Führung in Pjöngjang "vollkommen zerstört". Mit seinem jüngsten Test einer Interkontinentalrakete habe sich Machthaber Kim Jong Un für "die Aggression entschieden" statt für einen friedlichen Prozess. "Das Verhalten Nordkoreas ist immer weniger tolerierbar."

Chinas stellvertretender UN-Botschafter Wu Haitao ging auf den Appell der USA nicht ein. Er forderte angesichts der "ernsten Lage auf der Koreanischen Halbinsel" lediglich zur "Zurückhaltung" und zu einer raschen Rückkehr zum Dialog auf. 

US-Festland in Gefahr?

Nordkorea hatte am Mittwoch eine Rakete vom Typ "Hwasong-15" getestet. Anschließend erklärte der autokratisch geführte Staat, das gesamte US-Festland liege nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen. Als Antwort auf etliche Raketen- und Atomtests hat der UN-Sicherheitsrat bereits zahlreiche Sanktionen verhängt, die jedoch nicht die erhoffte Wirkung zeigten.

wa/se (dpa, afp)

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