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Welt

USA werfen dem Iran versuchten Anschlag vor

Die USA beschuldigen den Iran, einen Anschlag auf den saudischen Botschafter in Washington geplant zu haben. Auch ein mexikanisches Drogenkartell soll darin verwickelt sein. Die USA drohen dem Iran mit Konsequenzen.

US-Justizminister Holder bei einer Pressekonferenz am 11.10.2011 (Foto: AP)

USA vereiteln angeblichen Terrorakt des Irans

Mutmaßliche Agenten der iranischen Regierung sollen einen Bombenanschlag auf den Botschafter Saudi-Arabiens in den USA geplant und finanziert haben. Das erklärte US-Justizminister Eric Holder am Dienstag (11.10.2011) in Washington. Die "Verschwörung" sei vom Iran aus "erdacht, gefördert und gelenkt" worden.

US-Justizminister Holder bei einer Pressekonferenz am 11.10.2011 (Foto: AP)

US-Justizminister Holder: Anschlagspläne wurden "direkt vom Iran aus" in Auftrag gegeben

Ranghohe Mitglieder der Al-Kuds-Einheit und des iranischen Militärs hätten die Pläne "gebilligt". Es handele sich um eine "eklatante Verletzung" des internationalen Rechts. Die USA beabsichtigten daher, "den Iran für seine Handlungen zur Verantwortung zu ziehen". Die Rede war von weiteren wirtschaftlichen Sanktionen gegen das Land.

Angesichts der Entwicklung gab die Regierung in Washington eine Terrorwarnung heraus. Der mutmaßliche Anschlagsplan deute auf eine "aggressive Hinwendung" der iranischen Regierung auf Terroraktivitäten gegen Diplomaten hin, darunter auch Angriffe in den USA. Das Washingtoner Außenministerium rief daher reisende US-Bürger und im Ausland lebende Diplomaten auf, die Hinweise des Außenamtes sowie andere Reisehinweise genau zu verfolgen.

Clinton: Teheran isolieren

US-Präsident Barack Obama habe seit Juni von der Ermittlungen gewusst, teilte das Weiße Haus mit. US-Außenministerin Hillary Clinton rief die internationale Gemeinschaft zu scharfen Maßnahmen gegen den Iran auf. Angesichts der mutmaßlichen Mordpläne gegen den saudischen Botschafter in Washington müsse das Regime in Teheran weiter isoliert werden. Die USA wolle sich mit ihren Verbündeten beraten, "wie wir eine starke Botschaft" an den Iran richten können, sagte Clinton.

Irans Präsident Mahmud Amadinedschad (Foto: AP/dapd)

Sind Mitglieder der iranischen Regierung von Präsident Amadinedschad in die Anschlagspläne involviert?

Der Iran wies die Anschuldigungen zurück. Ein Berater von Präsident Mahmud Ahmadinedschad sprach von einem "konstruierten Szenario", um von den innenpolitischen Problemen der USA abzulenken.

Die Beziehungen zwischen Washington und Teheran sind seit langem angespannt - insbesondere wegen des iranischen Atomprogramms. Saudi-Arabien dagegen ist ein Verbündeter der USA im Nahen Osten und zugleich Rivale des Irans bei der Vorherrschaft in der Golfregion.

Anklage gegen zwei Iraner erhoben

Laut Washington hatten die iranischen Agenten geplant, den saudischen Botschafter Adel el Dschubeir zu töten. Für die Tat sollte auch die Hilfe eines mutmaßlichen Drogenkartells in Anspruch genommen werden. Zudem sei der Einsatz von Massenvernichtungswaffen vorgesehen gewesen. Ein verdächtiger Iraner mit US-Pass sei Ende September am New Yorker Flughafen John F. Kennedy festgenommen worden. Er hat Gerichtsunterlagen zufolge ein Geständnis abgelegt. Ein weiterer Iraner - ein Mitglied der Al-Kuds-Einheit der Revolutionären Garde - sei flüchtig, hieß es aus Washington. Gegen beide wurde vor einem New Yorker Gericht Anklage erhoben.

Die Männer sollen bei ihren Anschlagsplänen eng mit Teilen der iranischen Regierung zusammengearbeitet haben, verlautete aus dem US-Verteidigungsministerium. Die Pläne seien von der Bundespolizei FBI und der Drogenfahndung DEA aufgedeckt worden. Einer der beiden Iraner habe unwissentlich einen verdeckten Ermittler eingeweiht, den er für ein Mitglied einer mexikanischen Drogenbande hielt. Er habe sich über eine mögliche Unterstützung durch das Drogenkartell bei der Ermordung des Botschafters erkundigt.

Die Iraner seien bereit gewesen, 1,5 Millionen Dollar für das Attentat zu bezahlen. Der Bombenanschlag sollte "so bald wie möglich" in einem von dem saudischen Botschafter besuchten Restaurant stattfinden. Bei der Planung hätten die Verdächtigen keine Rücksicht auf Unbeteiligte genommen, sagte der New Yorker Bundesstaatsanwalt Preet Bharara.

Nach Berichten von US-Medien sollen auch Bombenanschläge auf die Botschaftsgebäude Saudi-Arabiens und Israels in Washington geplant gewesen sein.

Autorin: Ursula Kissel (dpa, rtr, afp, dapd)
Redaktion: Walter Lausch / Herbert Peckmann