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Politik

USA warnen Nordkorea

Im Bemühen um eine Lösung im Atomstreit mit Nordkorea schlagen die USA und Südkorea nun einen schärferen Ton an. Pjönjang hält sich unterdessen noch bedeckt.

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Rumsfeld bekräftigt Sicherheitsgarantien für Südkorea

Die USA und Südkorea haben angesichts des Atomstreits mit Nordkorea ihre Sicherheitsallianz gegen Bedrohungen durch das kommunistische Land bekräftigt. In einer gemeinsamen Erklärung warnten US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und sein südkoreanischer Amtskollege Cho Young Kil am Montag (17.11.2003) in Seoul Nordkorea im Falle des Einsatzes von Massenvernichtungswaffen vor "schwersten Konsequenzen."

Zugleich riefen sie Pjöngjang auf, sein "Atomwaffenprogramm vollständig, überprüfbar und unwiderruflich abzubauen und das Testen, die Entwicklung, Aufstellung und den Export von Massenvernichtungswaffen, Raketen und entsprechender Technologien zu stoppen."

Gemeinsam gegen den Norden

Beide Seiten beschuldigten das nordkoreanische Militär, den Frieden und die Stabilität in der nordostasiatischen Region zu bedrohen. Die gemeinsame Verteidigungsbereitschaft müsse daher aufrechterhalten werden. US-Verteidigungsminister Rumsfeld bekräftigte laut Agenturangaben die Sicherheitsverpflichtung der USA gegenüber Südkorea, die unter anderem die Bereitstellung eines nuklearen Schutzschirmes für Südkorea beinhaltet.

Rumsfelds Besuch in Seoul fiel mit den verstärkten Bemühungen der USA, Chinas und Südkoreas um weitere Gespräche mit Nordkorea über dessen Atomprogramm zusammen. Nordkorea hatte am Sonntag (16.11.) erneut erklärt, dass es zur Einstellung des Atomprogramms bereit sei, wenn die USA ihre "feindselige Politik" gegenüber dem Land aufgäben. Pjöngjang hatte grundsätzlich weiteren multilateralen Gesprächen über eine Lösung des Konflikts zugestimmt.

Verlegung von US-Soldaten ins Landesinnere

Rumsfeld versicherte Südkorea, dass die geplante Verlegung Tausender von US-Soldaten von der Grenze zu Nordkorea ins Landesinnere Südkoreas keineswegs die Abschreckungsfähigkeiten schwächen werde, sondern nur neuen Technologien reflektiere. In Südkorea sind derzeit 37.000 US-Soldaten als Abschreckung gegen Nordkorea stationiert.

Der Sicherheitsberater von Präsident Roh kündigte eine weitere Runde der multinationalen Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm für den 17. und 18. Dezember in Peking an. Die letzte Sechserrunde im August in Peking mit Vertretern aus Nordkorea, Südkorea, China, den USA, Japan und Russland war ohne Ergebnis beendet worden. Der Atomstreit begann im Oktober 2002, als die USA Nordkorea vorwarfen, Uran anzureichern und damit gegen einen bilateralen Vertrag zu verstoßen.

Rumsfeld dankt Südkorea

Rumsfeld dankte Südkorea für seine Unterstützung im Irak und die Entscheidung, 3000 weitere Soldaten dorthin zu entsenden. Washington hatte ursprünglich ein größeres Kontingent gefordert. Derzeit sind in Irak bereits mehrere hundert Angehöre der südkoreanischen Streitkräfte im Einsatz, vor allem medizinische und technische Fachkräfte. Am Dienstag (18.11.) will Rumsfeld den in Südkorea stationierten Truppen einen Besuch abstatten. Südkorea ist die zweite Station auf Rumsfelds Asienreise, die in Japan begonnen hatte. (ali)

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