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Aktuell Nahost

USA verurteilen Beschuss von Krankenhäusern in Aleppo

Für die Menschen in Aleppo wird die Lage immer hoffnungsloser. Die meisten Krankenhäuser sind zerstört. Es gibt kaum noch Hilfe. Auch die Diplomatie steckt trotz Appellen in der Sackgasse.

Syrien Aleppo nach Luftangriffen in Bab al-Nayrab (Getty Images/AFP/A. Alhalbi)

Nur mit den primitivsten Mitteln können verletzte Menschen in Aleppo geborgen werden

Die USA haben den Beschuss von Krankenhäusern im syrischen Aleppo "auf das Schärfste" verurteilt. Die Nationale Sicherheitsberaterin von Präsident Barack Obama, Susan Rice, forderte in einer Erklärung die sofortige Einstellung der Bombardierungen. Zugleich rief sie den wichtigsten Verbündeten von Präsident Baschar al-Assad, Russland, auf, sich um eine Deeskalation der Gewalt und den Zugang der syrischen Bevölkerung zu humanitärer Hilfe zu bemühen.

Gezielte Angriffe auf Krankenhäuser

Die Gesundheitsbehörde Aleppos hatte zuvor mitgeteilt, dass nach tagelangen Luftangriffen im von Rebellen kontrollierten Osten der syrischen Stadt kein Krankenhaus mehr funktionstüchtig sei. Die Weltgesundheitsorganisation WHO bestätigte die Angaben. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, einige Krankenhäuser seien noch einsatzbereit. Die Menschen trauten sich wegen der Angriffe aber kaum dorthin. Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wurden seit Anfang Juli mehr als 30 Angriffe auf Kliniken in Ost-Aleppo verzeichnet. Die russische und die syrische Regierung haben Vorwürfe zurückgewiesen, Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen absichtlich ins Visier zu nehmen.

Syrien Aleppo Zerstörung nach Angriff auf Krankenhaus (Reuters/A. Ismail)

Niemand will für die Zerstörungen verantwortlich sein

Allein am Samstag wurden nach Angaben der Beobachterstelle mindestens 31 Menschen im Osten Aleppos getötet, darunter auch Kinder. Viele der dicht besiedelten Wohnviertel seien von Kampfjets, Artillerie und Hubschraubern angegriffen worden. Auch habe es heftige Kämpfe gegeben.

Seit Mitte Juli sind die Rebellen im Ostteil der Stadt von Regierungstruppen eingekesselt. Dort leben schätzungsweise 250.000 Menschen, die mittlerweile kaum noch etwas zu essen und zu trinken haben. Die russische Armee unterstützt die syrischen Regierungstruppen. An den jüngsten Angriffen auf Aleppo war sie nach eigenen Angaben aber nicht beteiligt. Moskau hatte am Dienstag den Beginn einer Offensive gegen Rebellen und Dschihadisten in der Provinz Idlib verkündet.

De Mistura startet neuen Diplomatie-Versuch

Unterdessen traf der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura in Damaskus mit dem syrischen Außenminister Walid al-Muallem zusammen. Um die Lage in Aleppo zu beruhigen, hatte de Mistura dafür plädiert, dass sich die extremistischen Kämpfer der ehemaligen Al-Nusra-Front aus dem Ostteil der Stadt zurückziehen sollten. Die gemäßigte Opposition soll die Viertel demnach weiter kontrollieren, die syrische Armee im Gegenzug nicht einmarschieren und ihre Angriffe stoppen. Diesen Vorschlag wies al-Muallem als Einmischung in innere Angelegenheiten zurück.

as/hf (afp, rtr, dpa)