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Welt

USA verurteilen Anschlag auf Chemiker im Iran

Die USA haben eine Verwicklung in den Mordanschlag auf den iranischen Atomwissenschaftler Ahmadi-Roschan zurückgewiesen. Im Weltsicherheitsrat kritisierten westliche Diplomaten die Urananreicherung im iranischen Fordo.

In dem Wagen saß der getötete Wissenschaftler Ahmadi-Roschan (Foto: AP)

In dem Wagen saß der getötete Wissenschaftler Ahmadi-Roschan

US-Außenministerin Hillary Clinton betonte in Washington, sie weise Vorwürfe einer Beteiligung der USA an Gewalt im Iran kategorisch zurück. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Tommy Vietor, ergänzte, Washington habe mit der Tat absolut nichts zu tun. Die US-Regierung verurteile jegliche Art von Gewalt. In Israel erklärte ein Armeesprecher zu dem Autobombenanschlag auf Ahmadi-Roschan vom Mittwoch: "Ich weiß nicht, wer sich an dem iranischen Wissenschaftler gerächt hat, aber ich weine ihm sicher keine Träne nach."

USA und Israel verdächtigt

Nach offiziellen iranischen Angaben hatte ein Motorradfahrer einen Sprengsatz mit einem Magneten unter dem Auto des Universitätsprofessors Mostafa Ahmadi-Roschan platziert. Die Bombe explodierte während der Fahrt nahe der Universität im Osten Teherans. Der Chemiker und sein Beifahrer wurden getötet. Der 32-jährige Wissenschaftler soll in der Atomanlage Natans an einem Projekt zur Trennung von Gasen gearbeitet haben.

Unmittelbar nach dem Anschlag hatten iranische Politiker die USA und Israel beschuldigt, für die Bluttat verantwortlich zu sein. In den vergangenen beiden Jahren waren bereits drei iranische Wissenschaftler durch Autobombenanschläge getötet worden. Auch hier verdächtigte der Iran die USA und Israel, Urheber zu sein.

Urananreicherung verstößt gegen UN-Resolutionen

Bei einer Sitzung des Weltsicherheitsrats haben westliche Diplomaten, darunter der Vertreter Deutschlands, die Anreicherung von Uran in der neuen unterirdischen Anlage in Fordo als "klaren Verstoß" gegen UN-Rsolutionen kritisiert. Es sei absolut nicht glaubwürdig, dass die Atomanlage nahe der iranischen Stadt Ghom für die zivile Nutzung bestimmt sei, sagte der französische Vize-Botschafter Martin Briens in New York. Der stellvertretende deutsche UN-Botschafter Miguel Berger betonte, man sehe die Situation als einen Schritt der Eskalation seitens des Iran. Deutschland sei enttäuscht, dass sich Teheran nicht offen für Verhandlungen zeige.

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Programms heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. Die Europäische Union diskutiert derzeit über weitere Sanktionen gegen die Führung in Teheran. Eine Entscheidung soll noch im Januar fallen.

se/wl (afp, rtr, dpa, dadp)

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