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Aktuell Europa

USA verstärken Militärpräsenz in Osteuropa

Als Reaktion auf den "aggressiven Kurs" Russlands haben die USA angekündigt, eine weitere Panzerbrigade in Osteuropa zu stationieren. Dahinter verbirgt sich wohl auch eine Botschaft an die europäischen Verbündeten.

Die Pläne der US-Regierung sehen vor, dass schon ab dem kommenden Jahr eine komplette Panzerbrigade dauerhaft in Osteuropa stationiert wird. Offen sei lediglich noch, an welchem Standort. Denkbar seien die baltischen Staaten und Polen, hieß es aus dem Pentagon.

Mit dieser Entscheidung verfolgen die USA zwei Ziele: Zum einen reagiere man damit auf "ein aggressives Russland in Osteuropa und anderswo", sagte der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Europa, General Philip Breedlove. Zum anderen vermuten Beobachter hinter der Entscheidung ein Signal in Richtung der europäischen Verbündeten. Von denen war in jüngster Zeit vermehrt die Besorgnis geäußert worden, dass die USA Truppen abziehen und damit ihre Unterstützung zurückfahren könnten.

Schweres Gerät und Tausende Soldaten

Die neue Panzerbrigade an der Ostflanke der NATO wäre die dritte dauerhaft in Europa stationierte der Vereinigten Staaten. Sie wird den Angaben zufolge 250 Panzer umfassen, außerdem Haubitzen, Kampffahrzeuge und weitere 1700 Fahrzeuge. Zu einer Brigade gehören normalerweise 4200 Soldaten.

Darüber hinaus ist geplant, neue Kommunikationseinrichtungen nach Europa zu bringen, damit die Hauptquartiere der Verbündeten mit den Brigaden zusammenarbeiten können.

Stärkung der NATO-Partner

"Es wird die modernste Ausrüstung sein, die unsere Streitkräfte bieten können", sagte Pentagon-Sprecherin Laura Seal in Washington. Außerdem könne daran trainiert werden, schnell militärische Einheiten nach Europa zu bringen. Derzeit umfassen die US-Streitkräfte in Europa 62.000 Menschen, davon sind 25.000 Soldaten.

Im Februar hatte das Pentagon angekündigt, im Haushalt für 2017 insgesamt 3,4 Milliarden Dollar für Truppenrotation und Manöver in Europa zu veranschlagen.

Die Präsenz der Brigade soll laut Sprecherin Seal dazu beitragen, die Zusammenarbeit mit den osteuropäischen NATO-Partnern bei der Militärausbildung und bei Truppenübungen zu verbessern.

Seit Ausbruch des Ukraine-Konflikts hat die NATO ihre Präsenz in den osteuropäischen NATO-Staaten schrittweise verstärkt. So wurden unter anderem Hunderte Panzer und Kampffahrzeuge sowie Militärjets in die baltischen Staaten geschickt und Kriegsschiffe in der Ostsee und im Schwarzen Meer stationiert.

mak/haz (ap, afp, dpa)