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Aktuell Welt

USA und Neuseeland legen Atomstreit bei

Manchmal genügt ein diplomatischer Kniff, um jahrzehntelange Zwietracht zu überwinden. Wie das geht, führten jetzt Washington und Wellington vor - gerade noch rechtzeitig vor einem wichtigen Jubiläum im Herbst.

US-Vizepräsident Joe Biden (links) mit Neuseelands Premier John Key (Foto: Getty Images/F. Goodall)

Ende der Eiszeit: US-Vizepräsident Joe Biden (links) mit Neuseelands Premier John Key

Mit der Entsendung eines Marineschiffs zu einem Versöhnungsbesuch nach Neuseeland wollen die USA einen 30-jährigen Streit um atomare Bewaffnung beenden. Die Visite des Kriegsschiffs sei "ein großer Schritt" zur Stärkung der Freundschaft mit Neuseeland, sagte US-Vizepräsident Joe Biden bei einem Besuch in Auckland. Mit der Entsendung folge sein Land einer Einladung zur Teilnahme an der Feier zum 75. Jahrestag der Königlich-Neuseeländischen Marine im November.

Der Streit zwischen beiden Ländern reicht bis in den Kalten Krieg zurück. Im Jahr 1986 hatte sich Neuseeland zur nuklearfreien Zone erklärt und Atomwaffen sowie atombetriebenen Marineschiffen den Zugang zu seinem Territorium verwehrt. Dies schuf ein Dilemma für die Marine des Verbündeten USA - die über mögliche atomare Kapazitäten ihrer Schiffe grundsätzlich keine Auskunft geben.

Abgekühlte Beziehungen

Die Vereinigten Staaten reagierten darauf mit der Aussetzung des ANZUS-Pakts, eines dreiseitigen Verteidigungsabkommens zwischen den USA, Australien und Neuseeland. Washington beschränkte die militärische Zusammenarbeit mit Neuseeland deutlich, die Beziehungen kühlten ab.

Nach den Worten von Neuseelands Premierminister John Key fanden beide Länder nun einen Weg, den Streit zu begraben, ohne von ihren jeweiligen Positionen abzurücken. "Es ist nicht ein Sieg für die eine Seite und eine Niederlage für die andere, sondern die Anerkennung der Tatsache, dass unsere Beziehungen wichtiger sind", sagte Key vor Journalisten.

Die USA hätten von Neuseeland nicht verlangt, den Atom-Bann aufzugeben, betonte Key. Stattdessen gehe sein Land jetzt einfach davon aus, dass jedes US-Marineschiff, das einen neuseeländischen Hafen anläuft, nicht-atomar sei. Erleichtert sagte Key: "Der Zwist ist Geschichte."

jj/fab (dpa, afp)