USA: Syrien-Angriff war ″Selbstverteidigung″ | Aktuell Welt | DW | 09.02.2018
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Syrien-Krieg

USA: Syrien-Angriff war "Selbstverteidigung"

Der syrische Präsident Assad wirft den Vereinigten Staaten "Kriegsverbrechen" vor. Das Pentagon kontert, es habe gewichtige Gründe für das Vorgehen der eigenen Kräfte in der Provinz Dair as-Saur gegeben.

USA Pentagon (Getty Images/AFP/S. Loeb)

Hauptquartier des Pentagon in Washington (Archivbild)

Nach den Luftangriffen der US-geführten Militärkoalition auf regierungstreue Kämpfer in Syrien hat US-Verteidigungsminister Jim Mattis das Vorgehen gerechtgertigt. "Es war Selbstverteidigung", sagte Mattis vor Journalisten. "Wir schalten uns nicht in den syrischen Bürgerkrieg ein."

Dem US-Militärvertreter zufolge hatten die Regierungstruppen das Hauptquartier der mit den USA verbündeten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) in der Provinz Daur as-Saur mit Panzern und Artillerie beschossen. Daraufhin habe die US-geführte Koalition in der Nacht zu Donnerstag zur "Selbstverteidigung" einen Gegenangriff mit Kampfflugzeugen und Artillerie gestartet.

Unklarheit über Zahl der Opfer

Mattis nannte den Vorfall "verwirrend" und sagte, er könne sich nicht erklären, warum die regierungstreuen Truppen die SDF-Stellungen angegriffen hätten. Dort hätten sich auch US-Spezialkräfte aufgehalten.

Afghanistan Mattis und Stoltenberg bei Ghani PK in Kabul (Reuters/O. Sobhani)

"Verwirrender Vorfall": US-Verteidigungsminister Jim Mattis (Archivbild)

Unklarheit herrscht über die Zahl der Opfer. Das Pentagon wollte die Zahl von mehr als hundert getöteten regierungstreuen Kämpfern, die CNN gemeldet hatte, nicht bestätigen. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte von 45 Toten auf Seiten der Regierungstruppen gesprochen.

Assad-Regime: "Brutales Massaker"

Die Regierung in Damaskus warf der von den USA geführten Militärkoalition Kriegsverbrechen vor. Mit ihrem Angriff auf regierungstreue Truppen habe die Koalition ein "brutales Massaker" veranstaltet, hieß es in einem Brief des syrischen Außenministeriums an den UN-Generalsekretär und den Präsidenten des UN-Sicherheitsrates.

Russlands Botschafter bei der UN, Wassili Nebensia, kritisierte die Angriffe der US-geführten Militärkoalition als "kriminell". In einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats hinter verschlossenen Türen habe er gegen den Angriff protestiert und die USA "daran erinnert, dass sie illegal in Syrien sind". Die US-Regierung "behauptet die ganze Zeit, dass sie den internationalen Terrorismus bekämpft, aber wir sehen, dass es darüber hinaus geht", sagte Nebensia. Russland ist der wichtigste Verbündete des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

jj/se (dpa, afp)

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