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Rüstungsexporte

USA stoppen Munitionslieferung an Saudi-Arabien

Die Vereinigten Staaten sind der engste Verbündete des Königshauses. Umso mehr überrascht der jüngste Schritt Washingtons: Die Amerikaner fallen den Saudis damit indirekt in den Arm. Der Zankapfel ist ein drittes Land.

USA Waffenproduzent Raytheon Company (Getty Images/AFP/T. Sloan)

Waffentechnik des US-Rüstungsproduzenten Raytheon (Archivbild)

In einem ungewöhnlichen Schritt haben die USA die Lieferung von Munition an den traditionellen Sicherheitspartner Saudi-Arabien gestoppt - Grund ist der Konflikt im Jemen. Ein hochrangiger Regierungsvertreter in Washington kritisierte die Art und Weise, wie Saudi-Arabien in dem Bürgerkriegsland militärisch vorgeht. Offenbar sind die USA wegen der hohen Zahl ziviler Opfer durch die Luftangriffe besorgt.

Die US-Militärkooperation mit Riad sei "kein Blankoscheck", sagte der Regierungsmitarbeiter, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AFP. Die USA hätten "andauernde, schwere Sorgen", da Luftangriffe durch das Miltiärbündnis im Jemen mangelhaft ausgeführt würden.

"Kein Kommentar"

Der Lieferstopp betrifft nach Angaben aus anderen US-Kreisen Präzisionsmunition des amerikanischen Konzerns Raytheon. Von saudischer Seite gab es zunächst keine Stellungnahme zum Beschluss der scheidenden Regierung von Präsident Barack Obama. Ein Sprecher der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition, General Ahmed Assiri, sagte: "Wir kommentieren anonyme Erklärungen nicht."

 Jemen Saada Zerstörung nach Luftschlag (Reuters/N. Rahma)

Trümmer nach einem Luftschlag der saudisch geführten Militärallianz im Jemen (Archivbild)

Ausschlaggebend für den Lieferstopp war anscheinend der Luftangriff des Militärbündnisses im Oktober auf eine Beerdigung in Sanaa, durch den mehr als 140 Menschen getötet wurden. Nach dem Angriff hatten die USA angekündigt, ihre Unterstützung für die Koalition zu überprüfen. Es solle sichergestellt werden, dass die amerikanische Hilfe "im Einklang mit den Zielen und Werten unserer Außenpolitik" sei, hieß es damals.

Steine im Glashaus

Die USA stehen allerdings selbst wegen ziviler Opfer ihrer Militäroperationen im Nahen Osten in der Kritik. Erst Anfang Dezember hatte die US-geführte Koalition gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) eingeräumt, in den vergangenen Monaten bei Luftangriffen mehr als 50 Zivilisten getötet zu haben.

Die US-Regierung stellte derweil klar, trotz des Lieferstopps bei der Munition gehe die militärische Unterstützung für die im Jemen kämpfende Allianz weiter. Der Beistand sei aber ohnehin "sehr begrenzt" und bestehe im Wiederauftanken von Flugzeugen wie auch in der Beratung vor Luftangriffen, sagte Pentagon-Sprecher Jeff Davis.

Saudi-Arabien ist seit März 2015 in den Jemen-Konflikt involviert. Das von dem Land angeführte Militärbündnis bombardiert immer wieder schiitische Huthi-Rebellen. Die vom Iran unterstützten Aufständischen halten dem ehemaligen Staatschef Ali Abdullah Saleh die Treue. Saudi-Arabien steht auf der Seite des ins Exil geflüchteten sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi.

jj/uh (afp, ap)