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Aktuell Welt

USA stellen Lebensmittelhilfe für Nordkorea infrage

Lebensmittel gegen Atomverzicht. Dieser Tauschhandel zwischen den USA und Nordkorea scheint nun doch zu platzen. Als Grund nennt die US-Regierung den angekündigten Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete.

North Korea's Scud-B missile, right, and South Korean missiles are displayed at the War Raketen aus Nord- und Südkorea stehen in diesem Archivfoto in einem Museum in Seoul (Foto: AP)

Nordkoreas Rakenpläne sorgen im Westen für Ärger

Als Reaktion auf den für Mitte April angekündigten Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete haben die USA ihre Zusage für Lebensmittellieferungen an Pjöngjang relativiert. Die Raketenpläne zeigten den "mangelnden Wunsch" Nordkoreas, sich an seine internationalen Verpflichtungen zu halten, sagte der ranghohe Pentagon-Beamte Peter Lavoy am Mittwoch in Washington. "Wir sind gezwungen, unsere Aktivitäten zur Bereitstellung von Lebensmittelhilfen an Nordkorea auszusetzen."

Die USA hätten "kein Vertrauen", dass Pjöngjang die Hilfe an die hungernde Bevölkerung und nicht an die Führungselite weiterleite, sagte Lavoy im Kongress. Bei den Gesprächen mit Nordkorea über die Einzelheiten der geplanten Lebensmittellieferungen hätten die US-Unterhändler zudem stets klar gemacht, dass die Vereinbarung mit einem Raketenstart hinfällig wäre.

Hilfe für hungernde Nordkoreaner

Die USA hatten dem verarmten Nordkorea im Februar 240.000 Tonnen Nahrungsmittel in Aussicht gestellt. Im Gegenzug erklärte sich Pjöngjang zu einer Aussetzung seines Atomprogramms und zur Zusammenarbeit mit Inspekteuren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) bereit. Außerdem sagte die nordkoreanische Führung zu, auf den Start von Langstreckenraketen zu verzichten. Die Einigung hatte Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme der internationalen Gespräche über Nordkoreas Atomprogramm geschürt, die Pjöngjang im April 2009 abgebrochen hatte.

Mitte März kündigte Nordkorea dann allerdings an, mit Hilfe einer Langstreckenrakete einen zivilen Satelliten ins All schießen zu wollen. Offiziell ist der Start zu Ehren des hundersten Geburtstags des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung gedacht. Mehrere westliche Regierungen, darunter auch die USA und Südkorea, sehen dahinter aber einen unzulässigen Raketentest für das Atomprogramm, der einen Verstoß gegen UN-Resolutionen bedeuten würde.

Nordkorea betont zivile Nutzung

Am Mittwoch erläuterte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA, mithilfe des Satelliten sollten landwirtschaftliche Erträge und natürliche Ressourcen eingeschätzt werden. Wie ein Sprecher der Raumfahrtbehörde mitteilte, wurden zudem ausländische Experten und Journalisten eingeladen, um sich vom zivilen und wissenschaftlichen Charakter der Mission zu überzeugen.

Die Sorge um den avisierten Raketenstart hatte auch den Gipfel zur Atompolitik in Seoul vor wenigen Tagen beschäftigt. US-Präsident Barack Obama rief dort das kommunistische Land auf, auf Atomwaffen zu verzichten. Auch warnte er Pjöngjang vor Konsequenzen, sollte das Land wie angekündigt im April einen Satellitenstart unternehmen.

kle/wa (afp, dpa, dapd)

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