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Amerika

USA starten weitere Manöver mit Südkorea

Mit einem umfangreichen Militärmanöver haben die USA und Südkorea erneut ein Signal der Abschreckung an Nordkorea gesandt. An der Übung sind mehr als 80.000 Soldaten beteiligt. Nordkorea reagierte mit harscher Rhetorik.

Blick auf die 'USS Blue Ridge LCC19' (Foto: AP)

Die "USS Blue Ridge LCC19" nimmt an dem US-Manöver vor der Küste Südkoreas teil

Ungeachtet nordkoreanischer Drohungen haben die USA und Südkorea ihr jährliches gemeinsames Manöver am Montag (16.08.2010) begonnen. Die Übung mit dem Codenamen "Ulchi Freedom Guardian" simuliert einen nordkoreanischen Angriff mit Atombomben, Raketen und U-Booten. Neben rund 30.000 US-Soldaten sind 56.000 Südkoreaner im Einsatz. Außerdem werden über Computer weitere in den USA stationierte Soldaten in die Übungen eingebunden. US-General Walter Sharp sprach von der "weltweit größten Übung unter der Führung des Generalstabs".

Nordkorea droht mit Gegenschlag

Nordkoreas Führer Kim Jong Il (Mitte) mit Militärs (Foto: AP)

Nordkoreas Führung reagierte harsch auf die Militärübungen

Nordkorea reagierte schon vor dem Start des Militäreinsatzes mit scharfer Kritik. Das Manöver sei "eine schwere militärische Provokation" mit dem Ziel eines Atomkriegs, hieß es in einem Kommentar der staatlichen Zeitung "Rodong Simun". Gleichzeitig drohte Pjöngjang am Sonntag mit einem "gnadenlosen Gegenschlag". Nordkorea sei bereit, alle Feinde "wegzufegen". Das südkoreanische Verteidigungsministerium konnte jedoch nach eigenen Angaben keine ungewöhnlichen militärischen Aktivitäten im kommunistischen Nachbarland feststellen.

Es ist das zweite gemeinsame Großmanöver der USA mit südkoreanischen Einheiten binnen eines Monats. Ende Juli hatten beide Verbündeten bereits einen Marineeinsatz im Japanischen Meer durchgeführt und damit heftigen Protest des nordkoreanischen Regimes provoziert. Das Manöver wurde als Reaktion auf den Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffs gewertet, bei dem im März 46 Seeleute getötet worden sind. Eine internationale Untersuchung hatte ergeben, dass ein nordkoreanischer Torpedo die "Cheonan" vor der Westküste Südkoreas angegriffen und versenkt hatte. Nordkorea weist jede Schuld von sich.

Auch China übt Kritik

US-Flugzeuge und südkoreanische Einheiten bei ihrem letzten gemeinsamen Manöver Ende Juli (Foto: AP)

Mit dem letzten gemeinsamen Großmanöver hatten die USA und Südkorea auf den Untergang der Cheonan reagiert

Das kommunistische Land ist mit seiner Kritik an den Militärmanövern vor der Ost- und Westküste Südkoreas nicht allein. Auch China hat das Vorhaben der USA und ihrem südkoreanischen Bündnispartner kritisiert. Das Land sieht durch die Übungen nahe der eigenen Gewässer seine nationalen Sicherheitsinteressen bedroht. Ein Festhalten an den gemeinsamen Manövern könnten das Misstrauen zwischen den USA und China weiter verschärfen, warnte am Montag der chinesische Admiral und Forscher an der Pekinger Universität, Yang Yi. Neben der Tibet- Frage, der Internetzensur und der chinesischen Währungspolitik könne die US-Militärübung die Beziehungen zu China langfristig beschädigen.

Autorin: Stephanie Gebert (rtr, apn, afp, dpa)

Redaktion: Oliver Pieper

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