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Politik

USA setzen auf Dialog nach Atomtest

Trotz der jüngsten Atom- und Raketentests Nordkoreas wollen die USA weiter den Dialog mit dem kommunistischen Land suchen. Bedingung: Ein Kurswechsel der Führung in Pjöngjang, die dazu aber wohl nicht bereit ist.

Die nordkoreanische Regierung müsse sich darüber im klaren sein, dass sie ohne einen Kurswechsel die Konsequenzen ihres Tuns zu spüren bekommen werde, erklärte das US-Außenministerium. Gleichwohl seien die USA zur Wiederaufnahme der Sechs-Nationen-Gespräche mit den beiden koreanischen Staaten, China, Japan und Russland bereit. "Die Tür bleibt offen", sagte ein Ministeriumssprecher in Washington.

Am kommenden Samstag will sich US-Verteidigungsminister Robert Gates in Singapur mit seinen Kollegen aus Japan und Südkorea treffen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Nordkorea brüskiert Staatengemeinschaft

Südkoreaner betrachten Karte Nordkoreas (Foto: AP)

Nordkorea rüstet auf - Südkoreaner sorgen sich

Nordkorea hatte am Montag einen zweiten unterirdischen Atomtest vorgenommen und war dafür international verurteilt worden, auch vom Weltsicherheitsrat in New York. Das Regime in Pjöngjang zeigte sich davon allerdings völlig unbeeindruckt. Zu Testzwecken feuerte das Land am Dienstag (26.05.2009) weitere Kurzstreckenraketen ab. Führende westliche und asiatische Politiker sprachen von einer "Provokation".

Laut Medienberichten vom Mittwoch (27.05.2009) hat Nordkorea inzwischen möglicherweise auch seine umstrittene Atomanlage Yongbyon wieder in Betrieb genommen. Nach der Auswertung von Satellitenbildern gebe es entsprechende Hinweise, heißt es. In der Anlage Yongbyon könnte das Land bombentaugliches Plutonium gewinnen.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wertete das "Säbelrasseln" Pjöngjangs als klaren Verstoß gegen UN-Resolutionen. Das Gremium will nun über weitere Sanktionen gegen das Regime des Diktators Kim Jong Il beraten. Russland signalisierte bereits, dass es eine neue "scharfe Resolution" gegen Nordkorea mittragen wird. Auch China, der letzte Verbündete Nordkoreas, protestierte nach Angaben des Außenministeriums in Peking inzwischen direkt gegen die Politik Pjöngjangs.

USA bekräftigen Beistandsverpflichtungen

Barack Obama (Foto: dpa)

Obama sichert Partnerländern Beistand zu

US-Präsident Barack Obama versicherte Südkorea und Japan, dass sie weiter auf den militärischen Schutz der Vereinigten Staaten vertrauen könnten. Obama begrüßte zudem die Ankündigung Südkoreas, sich als Reaktion auf den Atomtest an der von den USA angeführten globalen Initiative zum Schutz gegen die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen zu beteiligen.

Nordkorea hatte Südkorea zuvor gewarnt, es werde einen solchen Schritt als "Kriegserklärung" auffassen. Die Streitkräfte teilten am Mittwoch mit, sie würden mit militärischen Mitteln reagieren, wenn Südkorea nordkoreanische Schiffe aufbringen und durchsuchen würde. Die von den USA vor sechs Jahren gestartete "Proliferations-Sicherheitsinitiative" (PSI) soll Staaten wie Nordkorea oder Iran am Handel mit Raketen oder Nukleartechnologie hindern. Als PSI-Mitglied wäre Südkorea aufgerufen, mögliche Durchsuchungen von verdächtigen nordkoreanischen Schiffen zu unterstützen.

Botschafter ins Außenamt zitiert

Aus Protest gegen die Politik Nordkoreas bestellte die Bundesregierung den Botschafter des Landes in Berlin, Hong Chang Il, ein. Der Asien-Beauftragte des Auswärtigen Amtes, Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein, erneuerte in dem Gespräch die deutsche Kritik an den Atom- und Raketentests. Nordkorea habe sich mit dem Vorgehen weiter isoliert. (wa/se/rtr/dpa/afp/ap)

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