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Aktuell Welt

USA sehen sich im "Krieg" mit IS-Terroristen

Präsident Obama hatte das Wort in der Rede über die Bekämpfung der IS-Milizen noch gemieden, sein Pressemann spricht Klartext: Man sei im "Krieg". Kanzlerin Merkel prüft indes eine stärkere Beteiligung im Kampf gegen IS.

Die Vereinigten Staaten seien mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) "im Krieg wie wir mit Al-Kaida und den Al-Kaida-Ablegern rund um die Welt im Krieg sind", sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Josh Earnest, in Washington. "Tatsache ist, dass der IS angedeutet hat, dass er bereit ist, Krieg gegen die Welt zu führen. Und dieser Präsident (...) führt eine internationale Koalition, um dieser Bedrohung entgegenzutreten, so Earnest weiter.

Ausweitung der Luftangriffe

Die US-Luftwaffe fliegt seit Anfang August Angriffe auf Stellungen der sunnitischen Extremisten im Irak. Am Mittwochabend hatte Obama seine Strategie gegen die Dschihadisten vorgestellt und dabei auch eine Ausweitung der Luftangriffe auf Syrien angekündigt.

Den Einsatz von Bodentruppen schloss der Präsident erneut aus. Stattdessen will die US-Regierung verbündete Truppen vor Ort für den Kampf gegen die Terrormiliz aufrüsten und ausbilden. Im Irak setzt Washington auf die irakische Armee und die kurdischen Peschmerga, im Bürgerkriegsland Syrien auf moderate Rebellengruppen.

Nach Einschätzung von US-Außenminister John Kerry wird es noch einige Zeit dauern, bis die geplante internationale Allianz für den Kampf gegen die Islamisten-Miliz steht. Nach Gesprächen mit der türkischen Führung in Ankara sagte Kerry, es sei noch viel zu früh, um über die exakten Aufgaben der einzelner Teilnehmer-Länder zu sprechen. "Ich bin mir aber sicher, dass es sich um eine breite Koalition aus arabischen Ländern, europäischen Ländern, den USA und anderen handeln wird", fügte er hinzu. Auch Deutschland hat sich der Anti-Terror-Koalition angeschlossen.

Merkel denkt an weitere Schritte

Bundeskanzlerin Angela Merkel erwägt nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" eine weitergehende deutsche Beteiligung im Kampf gegen die sunnitische Extremistengruppe. Merkel wolle in der kommenden Woche mit den zuständigen Ministern darüber beraten, ob und wie sich Deutschland stärker an dem von den USA ausgerufenen Feldzug gegen den IS beteiligen könnte, meldet das Blatt aus München. Es gehe um die Frage, was für eine Stabilisierung der Lage in Syrien und im Irak getan werden könnte. Im Mittelpunkt dürfte dabei politische und humanitäre Hilfe stehen.

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung bereiten sich derzeit 40 Fallschirmjäger der Bundeswehr auf einen Einsatz im Nordirak vor. Die Soldaten sollten ausgewählte Kämpfer der kurdischen Peschmerga-Miliz in den Gebrauch von Sturm- und Maschinengewehren einweisen, die Deutschland zum Kampf gegen den IS liefern wolle, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam dem Blatt. Neben dem Training im Krisengebiet plant die Bundeswehr die Ausbildung von 30 Peschmerga-Kämpfern auch in Deutschland. Die Bundesregierung will noch im September erste Waffen an die Kurden liefern, die die IS-Extremisten im Nordirak bekämpfen. Eine Beteiligung an den US-Luftschlägen gegen die Dschihadisten hat die Bundesregierung ausgeschlossen.

wl/wa (dpa,rtr, afp)