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Politik

USA sehen Fortschritte im Kampf gegen Taliban

Der seit vier Wochen andauernde US-Luftkrieg in Afghanistan hat nach den Worten des amerikanischen Verteidigungsministers Donald Rumsfeld inzwischen einen „messbaren Fortschritt“ gebracht.

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Die zentralasiatische Republik Usbekistan lehnt nach den Worten von Rumsfeld weiterhin Kampfeinsätze von US-Truppen von ihrem Gebiet gegen das benachbarte Afghanistan ab. Usbekistan erlaubt den USA die Stationierung von Flugzeugen und Truppen nur für humanitäre Einsätze und Rettungsflüge über Afghanistan. Am Samstagabend hatte Rumsfeld in Tadschikistan die Erlaubnis erhalten, dass die USA den Luftraum dieser GUS-Republik auch für Kampfeinsätze nutzen dürfen.

Inzwischen ist Rumsfeld in Pakistan zu Gesprächen über den Krieg im Nachbarland Afghanistan eingetroffen. In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad will er unter anderem den pakistanischen Militärmachthaber General Pervez Musharraf treffen. Pakistan gilt als einer der wichtigsten Verbündeten der USA im Kampf gegen das Taliban-Regime. Anschließend will Rumsfeld nach Indien weiterreisen.

Nach Informationen der britischen "Sunday Times" wollen die USA und Großbritannien im bisher von den Taliban beherrschten Grenzgebiet zu Usbekistan einen "humanitären Brückenkopf" errichten. Von dort sollten Hunderttausende von afghanischen Flüchtlingen während des Winters mit Nahrung, Kleidung und Medikamenten versorgt werden.

Heftige Bombardierung von Taliban-Stellungen

Unterdessen flog die US-Luftwaffe am Sonntag die bislang mit Abstand schwersten Angriffe auf Frontstellungen der Taliban im Nordosten Afghanistans. Mindestens hundert Bomben fielen allein an der Grenze nach Tadschikistan, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP aus Dascht-i-Kalah berichtete. Innerhalb von fünf Stunden seien mehr Bomben abgeworfen worden als in allen Angriffen der vergangenen Wochen zusammengenommen.

Auf einer 50 Kilometer langen Strecke überzogen B-52-Bomber der USA am Sonntag nach Korrespondentenberichten die Taliban-Stellungen im Norden des Landes mit Flächenbombardements. Die Kampfjets hätten auch Stellungen hinter der Front angegriffen. Ein Pentagon-Sprecher in Washington sagte, es seien 65 Kampfflugzeuge im Einsatz gewesen. Bis zu acht Langstreckenbomber griffen sechs Zielgebiete und mehrere "Kampfzonen" an. Trotz der massiven Hilfestellung durch die USA meldete die verbündete Nordallianz Gebietsverluste nahe der nordafghanischen Stadt Masar-i-Scharif. Nach zwölf Stunden Kampf mussten sich die Oppositionstruppen nach eigenen Angaben aus dem Ostteil von Ak Kupruk rund 70 Kilometer südlich der strategisch wichtigen Stadt zurückziehen.

Italien leistet Militärhilfe

Derweil haben die USA das Angebot der italienischen Regierung angenommen, sich am Kampf gegen den Terrorismus militärisch zu beteiligen. Rom hatte der US-Regierung ein Panzerregiment, Kampfflugzeuge, Hubschrauber und ABC-Einheiten angeboten. Auch die Entsendung von vier Kriegsschiffen war im Gespräch. Verteidigungsminister Antonio Martino sprach vergangenen Monat von einem möglichen Einsatz von etwa 1.000 Soldaten. Washington akzeptierte die Offerte offiziell, wie am Sonntag aus US-Kreisen verlautete. Das Verteidigungsministerium in Rom teilte am Sonntag mit, italienische Truppen seien integraler Bestandteil des Feldzugs gegen den Terrorismus. Ein Datum für die Entsendung von Truppen wurde nicht genannt.

Arabische Liga: Bin Laden spricht nicht für Moslems

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, hat sich von der jüngsten Rede des mutmaßlichen Terroristenführers Osama bin Laden distanziert. "Bin Laden spricht

nicht im Namen der Araber und Moslems", sagte Mussa am Sonntag in Damaskus. Der ägyptische Außenminister Achmed Maher sprach von einem "Krieg zwischen Bin Laden und der Welt". Bin Laden hatte in einer am Samstag vom arabischen Fernsehsender El Dschasira ausgestrahlten Ansprache neben den USA die Vereinten Nationen scharf kritisiert und erneut zum "Heiligen Krieg" aufgerufen.

EU-Spitzentreffen in London

Zu Gesprächen über die Strategie im Krieg in Afghanistan treffen sich am Sonntagabend die politischen Führer der größten EU-Länder in London. Premierminister Tony Blair empfängt

in seinem Amtssitz in der Downing Street Bundeskanzler Gerhard Schröder, den französischen Präsidenten Jacques Chirac, den französischen Premierminister Lionel Jospin, den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und den spanischen Ministerpräsidenten Jose Maria Aznar.

Ein Sprecher von Blair sagte: "Der Premierminister wollte die fünf europäischen Länder, die den größten militärischen Beitrag leisten, an einen Tisch bekommen, um ihre Ansichten zu der militärischen Kampagne auszutauschen." Am Montag werde Blair den belgischen Ministerpräsidenten und derzeitigen EU-Ratspräsidenten Guy Verhofstadt über das Treffen unterrichten. Nach dem letzten Treffen zwischen Schröder, Blair und Chirac in Gent hatten sich andere EU-Länder verärgert über den "Alleingang" geäußert.

  • Datum 04.11.2001
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1Kvs
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