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USA / Russland

USA schließen russisches Konsulat

Das diplomatische Kräftemessen zwischen Washington und Moskau geht weiter: Die US-Regierung ließ mehrere russische Vertretungen schließen. Darauf reagierte der Kreml mit harscher Kritik.

"Wir betrachten den Schritt als offen feindlichen Akt und groben Verstoß Washingtons gegen das Völkerrecht", erklärte das Außenministerium in Moskau mit Blick auf die Schließung des Konsulats in San Francisco (Artikelbild) sowie zwei diplomatische Abteilungen in New York und Washington. "Wir fordern die US-Behörden auf, zur Vernunft zu kommen und die russischen diplomatischen Objekte umgehend zurückzugeben."

Zuvor hatte die US-Regierung die diplomatische Immunität der russischen Vertretungen für beendet erklärt. Sicherheitskräfte durchsuchten daraufhin die Gebäude in San Francisco, New York und Washington - und zwar unter vehementem Protest der russischen Diplomaten.

"Nicht unsere Entscheidung"

Mit den Inspektionen der russischen Vertretungen sei sichergestellt worden, dass die Gebäude ordnungsgemäß verlassen würden, erklärte ein Vertreter des US-Außenministeriums. Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sprach hingegen von einer Invasion und warnte vor Gegenmaßnahmen. "Das ist nicht unsere Entscheidung - das wird uns aufgezwungen", betonte sie.

Bereits am Donnerstag hatten die USA Russland aufgefordert, ihre Vertretungen zu räumen. Den Diplomaten hatte sie eine Frist von wenigen Tagen gesetzt. Die russische Regierung reagierte, indem sie einen ranghohen US-Diplomat vorladen ließ. Geschäftsträger Anthony F. Godfrey sei im Außenministerium offiziell eine Protestnote übergeben worden, hieß es aus Moskau.

Rauch über russischem Konsulat

Für Aufsehen sorgte schwarzer Rauch, der kurz vor der Schließung vom Dach der russischen Vertretung in San Francisco aufstieg. Eine Feuerwehrsprecherin sagte, die Angestellten und Diplomaten im russischen Konsulat seien offenbar dabei, Dinge im Kamin zu verbrennen. Der russische Vize-Konsul, Andrej Warlamow, sagte dem "San Francisco Chronicle", die Mitarbeiter hätten zahlreiche Visa-Unterlagen mit vertraulichen Dokumenten von Amerikanern und Russen verbrennen müssen. "Wir hatten nicht genug Zeit, alles einzupacken."

Der diplomatische Schlagabtausch zwischen den beiden Großmächten dauert bereits seit einigen Monaten an. Bevor Washington die Schließung der russischen Vertretungen anordnete, hatte Moskau angeordnet, die Zahl der US-Botschaftsbediensteten um mehr als die Hälfte auf maximal 455 zu reduzieren. Mehrere hundert Diplomaten mussten Russland verlassen. Das wiederum war eine Reaktion auf neue US-Sanktionen, die der Kongress in Washington im Juli verabschiedet hatte. Damit sollten die Annexion der Krim und die mutmaßlichen russischen Hackerangriffe während des US-Wahlkampfs geahndet werden. 

nin/haz (afp, dpa)