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Nordkorea-Krise

USA: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un "bettelt um Krieg"

Nach Nordkoreas Atomtest berät der UN-Sicherheitsrat über die Konsequenzen. Die USA fordern harte Reaktionen. Russland hingegen mahnt zur Besonnenheit. Wird die Weltgemeinschaft mit einer Stimme sprechen?

Nach Nordkoreas jüngstem Atomtest ist der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) in New York zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengekommen. Während der Sitzung warf die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un vor, er "bettelt um einen Krieg". Die USA wollten niemals Krieg, auch jetzt nicht, sagte sie. Aber die Geduld Amerikas sei nicht grenzenlos.

"Genug ist genug"

Sie appellierte an den Rat, nach dem jüngsten Atomtest die schärfsten Maßnahmen gegen Nordkorea zu ergreifen, die möglich seien. "Genug ist genug",  sagte die Diplomatin, denn trotz aller Bemühungen, dies zu verhindern, sei Nordkoreas Atomprogramm weiter fortgeschritten und gefährlicher als je zuvor.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres appellierte an den Sicherheitsrat, geschlossen zu handeln und angemessene Maßnahmen zu ergreifen. Mit den zunehmenden Spannungen wachse auch das Risiko von Missverständnissen, Unberechenbarkeit und einer Eskalation, erklärte der Chef der politischen Abteilung des Generalsekretärs, Jeffrey Feltman.

Noch vor Beginn der mit Spannung erwarteten Runde hatten der französische und der britische UN-Botschafter weitere "robuste" Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang gefordert. Auch die Europäische Union sollte mehr Druck auf Nordkorea ausüben und dessen Machthaber Kim Jong Un so an den Verhandlungstisch zurückholen, sagte Frankreichs UN-Botschafter Francois Delattre zu Journalisten.

Chinas UN-Botschafter Liu Jieyi mahnte eine friedliche Lösung des Konfliktes an, dies müsse im Dialog auf eine Initiative Chinas und Russlands geschehen. "Wir werden niemals Chaos und Krieg auf der koreanischen Halbinsel erlauben." Alle an dem Konflikt beteiligten Seiten müssten einer weiteren Eskalation entgegenwirken. Nordkorea müsse sich dem Willen der internationalen Gemeinschaft stellen. Die Situation verschlechtere sich, "noch während wir hier sprechen", sagte er.

Russland: Keine militärische Lösung

Russland warnte vor übereilten Reaktionen. "Wir müssen unbedingt einen kühlen Kopf bewahren und ein Vorgehen vermeiden, das zu weiteren Spannungen führen kann", sagte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja. Nach Überzeugung seiner Regierung gebe es keine militärische Lösung für die Probleme mit Pjöngjang. Deshalb fordere er die internationale Gemeinschaft auf, "nicht ihren Emotionen nachzugeben und stattdessen ruhig und besonnen vorzugehen".

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte diplomatische Strafmaßnahmen gegen Nordkorea. Angesichts der "uneinsichtigen und konfrontativen Haltung Nordkoreas" müsse die internationale Gemeinschaft "zügig weitere und verschärfte Sanktionen" beschließen, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert nach einem Telefonat der Kanzlerin mit Südkoreas Präsident Moon Jae In. Merkel und Moon verurteilten "die erneute Provokation durch das Regime in Pjöngjang, mit der eine neue Dimension des Konflikts erreicht" sei. Gemeinsames Ziel sei es weiterhin, "eine militärische Eskalation zu vermeiden und eine friedliche Lösung zu ermöglichen". Die Kanzlerin habe dem Präsidenten und den Südkoreanern ihre Solidarität ausgedrückt.

Schweiz bietet sich als Vermittler an

Die Schweiz bot sich derweil als Vermittler an. Das Land könne Schauplatz für Gespräche der zuständigen Minister sein, sagte Bundespräsidentin Doris Leuthard. Südkorea verstärkte als Reaktion auf den Atomtest des Nordens seine Verteidigungsbereitschaft. Dazu sollten auch US-Flugzeugträger und strategische Bomber in Südkorea stationiert werden, kündigte der Generalstab an. Die Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates war von den USA, Japan, Frankreich, Großbritannien and Südkorea beantragt worden.