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Aktuell Welt

USA melden Tod des IS-Finanzchefs

Bei Angriffen der internationalen Militärkoalition gegen den IS ist nach Angaben der USA der Finanzchef der Dschihadistenorganisation getötet worden. Die Finanzquellen des "Islamischen Staates" sprudeln jedoch weiter.

Ein Sprecher des US-Militärs sagte, Abu Saleh sei bereits Ende November ums Leben gekommen. Saleh sei "eines der ranghöchsten und erfahrensten Mitglieder" des Finanzsystems des IS gewesen, betonte Oberst Steve Warren in einer Videokonferenz, zu der er aus der irakischen Hauptstadt Bagdad zugeschaltet wurde.

Warren lobte, die Tötung von Saleh und seinen Vorgängern sei entscheidend, um das "nötige Wissen" zur Koordinierung der Finanzen im IS auszulöschen. Der US-Regierungsgesandte für den Kampf gegen den IS, Brett McGurk, schrieb im Internetdienst Twitter, nicht nur Saleh sei bei Luftangriffen der internationalen Militärallianz getötet worden, auch zwei seiner Vertrauten seien ums Leben gekommen. Der entscheidende Mann sei aber Saleh gewesen. Er habe als "Finanzminister" des IS fungiert, erklärte McGurk.

Auf der Terrorliste, aber unter anderem Namen

Abu Saleh war auf der Terrorliste des US-Außenministeriums unter einem anderen Namen geführt worden, nämlich als Muwaffak Mustafa Mohammed al-Karmusch. Die beiden weiteren getöteten Finanzexperten der Dschihadisten wurden als Abu Mariam, ein ranghoher Vertreter des IS-Erpressungsapparats, sowie Abu Wakman al-Tunis identifiziert, der für den IS den Schmuggel von Menschen und Waffen organisiert haben soll. Bei Abu Mariam soll es sich den USA zufolge um einen 32-jährigen Tunesier handeln.

US Milität - Col. Steve Warren

Wir haben den IS-Finanzminister ausgeschaltet, ist sich US-Militärsprecher Warren sicher

Die USA fliegen in Syrien und im Irak Luftangriffe auf IS-Ziele. Die Organisation hat in Teilen beider Länder eine brutale Herrschaft errichtet. Unklar ist bislang, wo Saleh und seine Gefolgsleute getötet wurden. Sie alle starben aber nach US-Angaben Ende November.

Die Geldquellen des IS sind noch lange nicht versiegt

Trotz der gezielten Tötung des IS-Finanzchefs sprudeln die Geldquellen der Terrororganisation weiter. Nach Einschätzung der US-Regierung hat die Extremistenmiliz bis zu eine Milliarde Dollar von Banken im Irak und in Syrien erbeutet. Der IS habe die Tresore von Geldhäusern in ihrem Einflussgebiet geplündert, sagte der für den Kampf gegen Terrorfinanzierung zuständige Staatssekretär im US-Finanzministerium, Adam Szubin. Die Beute aus diesen Diebstählen belaufe sich auf 500 Millionen bis zu einer Milliarde Dollar. Darüber hinaus habe die Miliz der Bevölkerung unter ihrer Herrschaft oft mit brutalen Mitteln weitere Millionen abgepresst. Der IS kontrolliert weite Teile Syriens und des Irak.

Und: Der Schwarzmarkt-Verkauf von Öl brachte dem IS noch einmal mehr als 500 Millionen Dollar ein, sagte Szubin. Der Rohstoff werde in großer Menge an die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad verkauft. Ein Teil gelange auch über die Grenze in die Türkei. Der Ölhandel des IS habe ein Volumen von bis zu 40 Millionen Dollar monatlich.

haz/sc (afp, rtr, tagesschau.de)