USA: Keine Vorbedingungen für Nordkorea-Gespräche | Aktuell Welt | DW | 13.12.2017
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Atomkonflikt

USA: Keine Vorbedingungen für Nordkorea-Gespräche

Einfach mal übers Wetter reden: US-Außenminister Tillerson streckt die Hand in Richtung Pjöngjang aus. Nordkoreas Machthaber Kim bekräftigt dagegen, er wolle sein Land zur "stärksten Atommacht" der Welt machen.

Washington Atlantic Council Rex Tillerson (Getty Images/AFP/M. Ngan)

"Runder oder eckiger Tisch": Rex Tillerson beim Atlantic Council

Die USA stellen nach den Worten ihres Außenministers keine Bedingungen für mögliche Gespräche mit Nordkorea. "Wir sind bereit zu einem ersten Treffen", sagte Rex Tillerson bei einer Veranstaltung zum Atomkonflikt mit Nordkorea in Washington. Vorbedingungen gebe es nicht. Bislang hatten US-Vertreter darauf bestanden, dass sich Pjöngjang vor etwaigen Verhandlungen zur Abkehr von der atomaren Rüstung bereit erklärt.

"Lasst uns einfach zusammenkommen und meinetwegen über das Wetter reden und darüber, ob es ein viereckiger Tisch oder ein runder Tisch sein wird - wenn es das ist, was euch Freude bereitet", sagte Tillerson bei der Veranstaltung der Politik-Organisation Atlantic Council.

Zuckerbrot und Peitsche

Allerdings demonstrierte der US-Außenminister in seiner Rede auch Härte gegenüber dem kommunistischen Staat: Die USA würden ihre wirtschaftlichen und diplomatischen Sanktionen gegen Nordkorea aufrechterhalten, "bis die erste Bombe fällt", warnte er. Washington könne "ein nuklear bewaffnetes Nordkorea einfach nicht akzeptieren", so Tillerson. US-Präsident Donald Trump wolle sicherstellen, dass Pjöngjang keine Atomwaffen besitze, die das Territorium der USA treffen könnten.

Nordkorea Raketentest (Reuters/KCNA)

Raketentest im November (Propagandabild der nordkoreanischen Agentur KCNA)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bekräftigte derweil seine Entschlossenheit zur atomaren Aufrüstung. Er wolle sein Land zur "stärksten Atommacht" der Welt machen, sagte er laut einem Bericht der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA. In einer Rede vor Mitarbeitern des ballistischen Raketenprogramms erklärte Kim, sein Land werde "siegreich" voranschreiten und "die stärkste atomare und militärische Macht der Welt" werden.

Aggressive Verbalattacken

Die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang hatten sich in den vergangenen Monaten massiv verschärft. Trump und Kim lieferten sich aggressive Verbalattacken, während Nordkorea ungeachtet zahlreicher UN-Sanktionen seine Atom- und Raketentests fortsetzte. Anfang September nahm Pjöngjang nach eigenen Angaben seinen sechsten und bisher größten Atomversuch vor.

Zudem testete Nordkorea zuletzt mehrfach Mittelstreckenraketen. Ende November feuerte Pjöngjang eine Interkontinentalrakete vom Typ Hwasong-15 ab und erklärte, das gesamte US-Festland befinde sich nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen.

jj/jv (dpa, afp)

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