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Aktuell Nahost

USA: IS-Anführer mit Verbindung zu Paris-Attentätern getötet

Bei Luftschlägen in Syrien und im Irak ist nach US-Angaben die Spitze der Terrormiliz empfindlich geschwächt worden. Zwei der Getöteten sollen direkte Kontakte zu den Attentätern von Paris gehabt haben.

Insgesamt seien zehn wichtige Anführer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bei gezielten Luftangriffen ums Leben gekommen, sagte Pentagon-Sprecher Steve Warren (Artikelbild) in einer aus Bagdad übertragenen Pressekonferenz. "Einige werden in Zusammenhang gebracht mit den Angriffen von Paris."

So sei am 24. Dezember in Syrien Charaffe al-Muadan getötet worden. Der 26-Jährige habe unmittelbar mit dem Planer der Anschläge am 13. November in der französischen Hauptstadt, Abdelhamid Abaaoud, zusammengearbeitet. Der Belgier war fünf Tage später bei einem Anti-Terror-Einsatz im Vorort Saint-Denis von französischen Sicherheitskräften getötet worden. Außerdem sei al-Muadan mit Samy Amimour befreundet gewesen, der sich bei den Anschlägen in der Konzerthalle Bataclan in die Luft gesprengt hatte.

Französische Ermittler: Keine sichere Verbindung

Französische Ermittler äußerten sich vorsichtiger zu einer möglichen Zusammenarbeit zwischen al- Muadan und Abaaoud. Aus Sicherheitskreisen in Paris hieß es, es gebe keine bekannte und definitive Verbindung zu Abaaoud. Allerdings bestätigten die französischen Ermittler, dass al-Muadan engen Kontalt zum Selbstmordattentäter Amimour hatte und einen weiteren der Pariser Attentäter, Omar Ismail Mostefai, kannte.

Mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge in Paris: Abdelhamid Abaaoud

Mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge in Paris: Abdelhamid Abaaoud

Al-Muadan war als Sohn marokkanischer Eltern im Großraum Paris aufgewachsen. Er wurde 2012 festgenommen, als er mit Amimour und einem weiteren Freund in den Jemen oder nach Afghanistan gehen wollte. Im August 2013 reiste er in das Bürgerkriegsland Syrien, nachdem in Frankreich ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet und er unter Kontrolle der Justiz gestellt worden war. Nach Aussagen von Pentagon-Sprecher Warren hatte al-Muadan bereits "aktiv weitere Angriffe gegen den Westen geplant".

Pentagon: Luftschläge zeigen Wirkung

Desweiteren sei am 26. Dezember im irakischen Mossul Abdul Kader Hakim getötet worden, so der Petagon-Sprecher. Hakim habe "externe Einsätze" der Extremisten ermöglicht und ebenfalls Beziehungen zu dem Netzwerk rund um die Paris-Anschläge gehabt. Die französischen Ermittler kannten ihn nach eigenen Angaben nicht. In der Nähe der IS-Hochburg Rakka in Syrien wurde außerdem ein IS-Anhänger aus Bangladesch getötet, der eine Ausbildung in Großbritannien absolviert habe. Siful Haque Sujan war demnach Teil des Hacker-Teams der IS-Miliz und an der Abwehr von Überwachungsmaßnahmen beteiligt.

Flugzeuge der Anti-IS-Koalition beim Einsatz über Syrien

Flugzeuge der Anti-IS-Koalition beim Einsatz über Syrien (Archivbild)

Die Schläge gegen die IS-Führung zeigten bei der Bekämpfung der Miliz vor Ort Wirkung, betonte der Pentagon-Sprecher. "Wir schlagen der Schlange auf ihr Haupt", sagte Warren. "Aber wir haben ihr noch nicht den Kopf abgetrennt, und sie hat immer noch Giftzähne. Darüber müssen wir uns im Klaren sein. Vor uns liegen noch viele Kämpfe." Einen großen Erfolg im Kampf gegen die Dschihadisten vermeldete zuletzt das irakische Militär mit der Rückeroberung der Provinzhauptstadt Ramadi. Die Stadt stand seit Mai unter IS-Kontrolle.

IS tötet 420 eigene Mitglieder

Derweil berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, dass der IS seit Ausrufung seines "Kalifats" vor 18 Monaten mindestens 420 eigene Mitglieder getötet hat. Darunter seien vor allem ausländische Kämpfer, die als angebliche Spione enttarnt worden seien und Dschihadisten, die aus dem Einflussgebiet des IS fliehen wollten.

ww/jj (afp, dpa, rtr)

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