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Atomkonflikt

USA halten an Großmanöver mit Südkorea fest

Frieden mit Nordkorea sei eine "Möglichkeit", sagt US-Generalstabschef Dunford in China, betont aber "militärische Optionen". Einen Verzicht auf die geplanten Militärübungen als Signal der Entspannung schließt er aus.

Südkorea Gemeinsame Militärübung mit der USA (Getty Images/AFP/Jung Yeon-Je)

USA lassen ihre Soldaten regelmäßig gemeinsam mit dem südkoreanischen Militär trainieren

Die zunehmenden Appelle nach Entspannung im Atomkonflikt mit Nordkorea - unter anderem auch vom deutschen Außenminister Sigmar Gabriel - scheinen auf US-Seite zunächst wirkungslos zu verhallen. So machte der amerikanische Generalstabschef Joseph Dunford jetzt während seines Besuchs in Peking klar, dass die geplanten Großmanöver mit den südkoreanischen Verbündeten nicht zur Disposition stehen. "Solange die Bedrohung in Nordkorea existiert, müssen wir ein hohes Bereitschaftsniveau aufrechterhalten, um auf diese Bedrohung zu reagieren", rechtfertigte Dunford die Haltung des Pentagon. Es gebe da keine Pläne für ein Zurückdrehen.   

Die jährlichen gemeinsamen Militärübungen Zehntausender amerikanischer und südkoreanischer Soldaten sollen am Montag beginnen. Die kommunistische Führung in Pjöngjang stuft solche Übungen als Vorbereitungen für eine Invasion Nordkoreas ein. 

"Teufelskreis stoppen"

Der Vizevorsitzende der mächtigen Zentralen Militärkommission Chinas, Fan Changlong, sagte nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Peking bei einem Treffen mit Dunford, eine Lösung des Konflikts auf der koreanischen Halbinsel lasse sich nur durch Dialog und Beratungen erzielen. "Militärische Mittel dürfen keine Option werden." Damit "dieser Teufelskreis" gestoppt werden könne, müsse der Streit darüber, wer den ersten Schritt mache, beiseitegelegt werden, sagte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums.

Militäroption bleibt auf dem Tisch 

Dunford meinte am Rande seiner Gespräche mit Staats- und Parteichef Xi Jinping, grundsätzlich sei eine Friedenslösung mit Nordkorea möglich, aber dies sei ein langer Weg. Notwendig sei daher gleichzeitig, das Regime in Pjöngjang wegen dessen Atom- und Raketenprogramm weiter mit "glaubwürdigen und durchführbaren militärischen Optionen" unter Druck zu setzen. 

China Peking Joseph Dunford Xi Jinping (picture-alliance/AP Photo/A. Wong)

Generalstabschef Dunford (l.) bei Chinas Präsident Xi

Bannon: Hauptfeind China  

Der höchste US-Militär reagierte damit auch auf Fragen von Journalisten, nachdem Steve Bannon, der ultrarechte Chefstratege aus dem Weißen Haus, diesen Weg in Zweifel gezogen hatte.  "Es gibt keine militärische Lösung. Vergiss es!", hatte der Vertraute von Präsident Donald Trump in einem Interview der Publikation "The American Prospect" gesagt. Er verwies darauf, dass durch Nordkoreas Vergeltung allein mit konventionellen Waffen in der ersten halben Stunde Millionen Menschen in Seoul umkommen könnten.

Nordkorea sei nur ein "Nebenschauplatz", so Bannon. Stattdessen müssten die USA "wahnsinnig konzentriert" sein auf den Handelskrieg mit China.

Südkoreas Präsident Moon Jae In betonte, die USA hätten ihm versichert, zunächst Südkoreas Genehmigung einzuholen, bevor sie militärisch gegen Nordkorea vorgingen. Er  warnte die Kommunisten vor dem Überschreiten einer "roten Linie". Dies wäre der Fall, sollte Pjöngjang "erneut eine Interkontinentalrakete abschießen und diese mit einem Atomsprengkopf bewaffnen", erläuterte der Präsident in seiner Pressekonferenz anlässlich seiner ersten 100 Tage im Amt. 

SC/fab (afpe, APE, rtre, dpa) 

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