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Aktuell Welt

USA halten Al-Kaida für deutlich geschwächt

Fast ein Jahr nach der Tötung von Al-Kaida-Führer Osama bin Laden halten US-Experten den Kern des Terrornetzwerkes für "praktisch verschwunden". Angriffe in westlichen Staaten seien derzeit unwahrscheinlich.

Al-Kaida könne Anschläge wie die vom 11. September 2001 wohl kaum wiederholen, sagte ein Anti-Terror-Experte, der anonym blieb, in Washington. Es sei kaum vorzustellen, dass die Terrogruppe die Ressourcen, das Training und das Geld dazu habe. Dennoch sei es "zu früh, um den Sieg zu erklären", warnte der Spezialist. Die Bewegung gebe es weiterhin, die Ideologie des weltweiten Dschihad überlebe ebenso wie Bin Ladens Philosophie.

Osama bin Ladens Nachfolger Eiman al-Sawahiri (Foto: dapd)

Osama bin Ladens Nachfolger Ajman al-Sawahri

Eine Gefahr für die USA stellten weiterhin die mit dem Netzwerk verbundenen Terrorgruppen dar, sagte ein Geheimdienstvertreter in Washington. So wachse die Al-Kaida-Gruppierung im Jemen weiter und kontrolliere immer mehr Gebiete. Der neue Führer der Al-Kaida, Ajman al-Sawahri, wolle zwar immer noch die USA treffen, aber die Gefahr von ausgeklügelten und koordinierten Anschlägen sei doch stark zurückgegangen, hieß es. Darüber hinaus verfüge al-Sawahri nicht über die glühende Anhängerschaft wie sein Vorgänger.

Gefahr durch regionale Ableger

Die dezentrale Struktur von Al-Kaida sei zudem immer weniger als strategischer Vorteil der Terrorgruppe zu verstehen, sagte Robert Cardillo, Vize-Leiter des Büros des Nationalen Geheimdienstdirektors der USA (DNI). Der anhaltende Druck auf die Gruppe, vor allem durch Militäreinsätze in Pakistan, mache die Planung von Terroranschlägen wie 2001 in den USA, 2004 in Madrid und 2005 in London weniger wahrscheinlich, sagte Cardillo weiter.

So sei in den nächsten Jahren kaum mit Angriffen mit chemischen, biologischen oder atomaren Waffen durch Terrorgruppen in westlichen Staaten zu rechnen. Vielmehr dürften die Al-Kaida-Ableger westliche Ziele in ihrem eigenen Einflussgebiet ins Visier nehmen. "Jede Gruppe wird nach Möglichkeiten suchen, westlichen Interessen in ihren Operationsgebieten zu schaden. Die Fähigkeit zur Umsetzung dieser Pläne ist bei den einzelnen Gruppen jedoch sehr unterschiedlich ausgeprägt", sagte Cardillo.

Einzeltäter als "schwierigste Ziele" für Geheimdienste

Cardillo zufolge hat sich zwar die Gefahr eines Anschlags mit einer extrem hohen Opferzahl verringert, dafür stellen aber Einzelkämpfer wie der Serienattentäter Mohamed Merah in Toulouse eine große Bedrohung dar. Solche Leute, die alleine handelten, sich mit Waffen versorgten, hauptsächlich ihren eigenen Zeitplan und ihre eigenen Ziele hätten, seien die "schwierigsten Ziele" für die Geheimdienste, sagte der Anti-Terror-Spezialist.

Bei den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 starben fast 3000 Menschen (Foto: AP)

Bei den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 starben fast 3000 Menschen

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington mit fast 3000 Toten war Bin Laden der Staatsfeind Nummer eins der USA. Fast ein Jahrzehnt konnte er sich verstecken, bis die US-Geheimdienste ihn und seine Familie im pakistanischen Abbottabad aufspürten. Ein US-Spezialkommando stürmte das Anwesen in der Nacht zum 2. Mai 2011 und erschoss den Al-Kaida-Chef.

GD/li (dpa, dapd, afp)

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