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Wirtschaft

USA genehmigen Mega-Börsenfusion

Deutsche Börse und die New Yorker Stock Exchange haben aus den USA grünes Licht für ihre geplante Fusion erhalten. Doch die EU und das Land Hessen haben weiter Bedenken.

Börsensaal Wall Street (Foto: Miriam Braun / DW)

Börsensaal an der Wall Street: der Fusion einen Schritt näher

Die Deutsche Börse und die New Yorker NYSE Euronext haben grünes Licht für ihre geplante Mega-Fusion erhalten - wenn auch vorerst nur aus den USA. Der Zusammenschluss zum weltgrößten Börsenbetreiber sei unter der Voraussetzung genehmigt worden, dass sich eine Tochter der Deutschen Börse von ihrer Beteiligung an Direct Edge trennt, teilte das amerikanische Justizministerium am Donnerstag (22.12.2011) mit.

"Dies ist ein bedeutender Meilenstein für den Zusammenschluss der beiden Börsen", erklärte die Deutsche Börse. Sie will ihre indirekte Beteiligung an der Direct Edge Holding bis zum vollständigen Verkauf passiv weiterführen. Direct Edge mit Sitz in Jersey City, New Jersey, ist die viertgrößte Börse in den USA. Die Deutsche Börse hält über ihre Tochter International Security Exchange (ISE) 31,5 Prozent an dem Unternehmen.

Handelsplätze unter einem Dach

Börsensaal in Frankfurt (Foto: dapd)

Börsensaal in Frankfurt: Streit um Derivatehandel

Mit der Fusion sollen die zu den Unternehmen gehörenden Handelsplätze in New York, Frankfurt am Main, Paris, Lissabon, Amsterdam und Brüssel unter einem Dach zusammengeführt werden. So würde der weltgrößte Börsenanbieter mit einem geschätzten Marktwert von 17,5 Milliarden Euro entstehen. Zusammengeführt werden sollen die beiden Konzerne unter dem Dach einer neu gegründeten niederländischen Gesellschaft. An diesem Unternehmen sollen die Deutschen mit 60 Prozent und die US-Börse mit 40 Prozent beteiligt sein.

Der im Februar vereinbarte Zusammenschluss ist allerdings auch noch von einer Genehmigung durch die EU-Kommission abhängig. Diese will ihre Prüfung bis zum 9. Februar 2012 abschließen. Auch bei der zuständigen Börsenaufsicht im deutschen Bundesland Hessen stößt die milliardenschwere Fusion auf Widerstand. Die EU-Wettbewerbshüter stören sich vor allem an der Marktmacht von Deutscher Börse und NYSE Euronext im europäischen Derivategeschäft. Hier würden sie mehr als 90 Prozent Marktanteil haben. Die beiden Börsen beharren dagegen darauf, dass der Derivatemarkt global betrachtet werden und auch das außerbörsliche Geschäft einschließen müsse. Dann läge ihr Marktanteil in der Europäischen Union unter 15 und weltweit sogar unter vier Prozent.

Bedenken bei EU und Hessen

Dunkle Regenwolken hängen über der Skyline von Frankfurt am Main (Foto: dpa)

Hessen macht sich Sorgen um den Finanzplatz Frankfurt

Der Chef der hessischen Börsenaufsicht, Wirtschaftsminister Dieter Posch, will im Anschluss an die EU über den Zusammenschluss befinden. Er hatte kürzlich "börsenrechtliche Bedenken" geltend gemacht. Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn hatte am Mittwoch in einem Zeitungsinterview gesagt, der Finanzplatz Frankfurt dürfe durch die Fusion nicht belastet, sondern müsse gestärkt werden. Solange dies nicht sichergestellt sei, tendiere die Waage sicherlich nicht zu einer Genehmigung.

Autor: Rolf Wenkel (rtr, dapd, Dow Jones)
Redaktion: Henrik Böhme