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Politik

USA geißeln mangelnde Solidarität in Afghanistan

US-Verteidigungsminister Robert Gates hat von Europa erneut mehr Kampftruppen für Afghanistan gefordert. Auf der Sicherheitskonferenz in München warnte er eindringlich vor einer drohenden Spaltung der NATO.

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Hochkarätig besetzt war auch dieses Jahr die Münchner Sicherheitskonferenz

Bei der internationalen Sicherheitskonferenz in München kritisierte der Pentagon-Chef am Sonntag (10.02.2008) fehlenden Rückhalt für den Einsatz in der europäischen Bevölkerung. Einige der Alliierten "sollten nicht den Luxus genießen, sich für Stabilität und zivilen Einsatz zu entscheiden und damit andere Verbündete zu zwingen, eine überproportional hohe Last am Kämpfen und Sterben zu tragen", mahnte Gates. Die NATO-Partner müssten "kreativer" als bisher nach Möglichkeiten suchen, ihren Beitrag in Afghanistan zu leisten und die Lasten zu teilen. Sollte sich die NATO in kampfbereit und nicht kampfbereit aufspalten, werde dies die Allianz zerstören, meinte der US-Verteidigungsminister. "Die Bedrohung wird nicht verschwinden"
Robert Gates auf Münchner Sicherheitskonferenz

US-Verteidigungsminister Robert Gates

Gates bekräftigte Warnungen vor den Folgen eines Scheiterns der Afghanistan-Mission. Viele Europäer hätten die Bedrohung, die von Afghanistan ausgehe, möglicherweise noch nicht verstanden. Den USA dagegen seien mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 schlagartig die Augen geöffnet worden. Er wolle den Völkern in Europa jedoch sagen: "Die Bedrohung durch den gewalttätigen islamischen Extremismus ist real - und sie wird nicht verschwinden." Nach den scharfen Worten Gates ist für viele Beobacher in München klar, dass die NATO-Staats- und Regierungschefs Anfang April in der rumänischen Hauptstadt Bukarest einen Ausgleich in dem eskalierenden Streit um die Lastenverteilung finden müssen. Mehr Bundeswehrsoldaten? Die Bundesregierung lehnt es weiter strikt ab, Soldaten in den Süden zu entsenden, wo die NATO gegen die radikal-islamischen Taliban kämpft. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur, arbeiten Außen- und Verteidigungsministerium allerdings an einem Vorschlag für den Bundestag. Die Obergrenze soll auf mindestens 4500 Mann erhöht werden, um mehr Spielraum für den Einsatz zu haben. Zudem sei geplant, das Einsatzgebiet in den Westen Afghanistans auszudehnen. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung sagte zu den Berichten: "Ich bitte Sie um Verständnis, dass ich über zukünftige Mandate keine Ausführungen mache." Die USA sind der größte Truppensteller in Afghanistan, Deutschland ist der drittgrößte - die Obergrenze des deutschen Mandats für die NATO-geführte Schutztruppe ISAF liegt derzeit bei 3500 Mann. (wga)

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