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Aktuell Nahost

USA fliegen Angriffe gegen Dschihadisten im Nordirak

Die US-Luftwaffe hat begonnen, Angriffe gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat zu fliegen. Das bestätigte das Pentagon. Der Einsatz ist eine Reaktion auf den Beschuss der Kurdenhauptstadt Erbil durch die IS.

Der Einsatz war am Morgen von Barack Obama genehmigt worden. Der US-Präsident kündigte "gezielte Luftangriffe" an, um einen Völkermord zu verhindern und den Vormarsch der Extremisten zu stoppen. Gut zweieinhalb Jahre nach dem erklärten Ende des Irak-Kriegs intervenieren die USA wieder in dem instabilen Land.

Ziel des ersten Angriffs war ein mobiles Geschütz der IS in der Nähe Erbils, mit dem die Kämpfer die Stadt beschossen haben sollen. Das teilte Pentagon-Sprecher John Kirby über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Detailliertere Angaben gibt es bislang noch nicht. Klar ist bislang nur, dass die Einsätze mit F18-Kampfjets geflogen wurden, die sonst auf dem Flugzeugträger "George H.W. Bush" stationiert sind. Das Schiff war bereits im Juni in den Persischen Golf verlegt worden.

Großbritannien kündigt Unterstützung an

Auch die irakische Luftwaffe hat laut örtlichen Medienberichten Angriffe auf Stellungen der IS geflogen. In der Nacht zum Freitag sollen dabei 130 Dschihadisten in der Region von Mossul getötet worden sein. "In den kommenden Stunden wird es vor Ort enorme Veränderungen geben", erklärte der irakische Armeechef Babaker Sebari. Seinen Angaben zufolge arbeiten irakische Offiziere und kurdische Kämpfer mit der US-Armee bei der Auswahl der Angriffsziele zusammen.

Unterstützung für die irakische und US-amerikanische Luftwaffe könnte bald auch aus Großbritannien kommen. Premierminister David Cameron schloss zwar eine direkte Beteiligung britischer Flieger an den Luftschlägen aus, kündigte aber die Entsendung von Aufklärungs- und Tankflugzeugen an.

In Erbil haben US-Militärberater unterdessen ein gemeinsames Einsatzzentrum mit der irakischen Armee eingerichtet, zudem wurden die ersten Hilfspakete mit Fertigmahlzeiten und 20.000 Liter Wasser über dem Sindschar-Gebirge abgeworfen. Dorthin waren die letzten Tage über 50.000 Jesiden vor den IS-Kämpfern geflohen. Die Flüchtlinge harren bei starker Hitze und Trockenheit in der Bergregion aus. Ein Teil von ihnen konnte mittlerweile offenbar gerettet und mit Bussen in die Stadt Duhok gebracht werden. Nach Angaben der kurdischen Nachrichtenagentur Rudaw sind aber bereits 70 Menschen an Unterversorgung gestorben.

Flüge nach Erbil gestrichen

Nach den Angriffen verhängte die US-Luftfahrtbehörde FAA ein Verbot ziviler Flüge aus den USA über dem Irak. Auch die Lufthansa-Gruppe setzt ihre Verbindungen aus. Aufgrund der aktuellen Entwicklung böten Lufthansa und Austrian Airlines zunächst bis kommenden Montag keine Flüge von und nach Erbil an, teilte der Konzern mit. Die Fluggesellschaften Turkish Airlines und Etihad fliegen die irakische Stadt bis auf Weiteres ebenfalls nicht mehr an.

djo/gri (afp, ap, dpa, rtr)