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Atomkonflikt

USA bestreiten "Kriegserklärung" an Nordkorea

US-Präsident Trump habe seinem Land "den Krieg erklärt", sagt Nordkoreas Außenminister Ri in New York. Damit habe der kommunistische Staat das Recht zu entsprechenden Gegenschlägen. "Absurd", kommentiert das Weiße Haus.

Korea-Konflikt 2017, US B-1 B-Bomber (picture-alliance)

Säbelrasseln auf beiden Seiten: Trump schickt strategische Bomber los

"Donald Trump hat erklärt, unsere Führung werde nicht mehr lange da sein", nahm der nordkoreanische Chefdiplomat Bezug auf einen der jüngsten Tweets des US-Präsidenten. Dies sei eine klare Kriegserklärung an sein Land und rechtfertige jede Form von militärischen Antworten, so Ri Yong Ho vor der Presse in New York.   

Alle Vertreter bei den Vereinten Nationen und die ganze Welt sollten sich genau daran erinnern, "dass es die USA gewesen sind, die zuerst den Krieg erklärten", sagte Ri. Das gebe Nordkorea das Recht auf Gegenmaßnahmen aller Art, und dies beinhalte auch den Abschuss amerikanischer strategischer Bomber, auch außerhalb des nordkoreanischen Luftraums, drohte der Außenminister. Die Frage, wer "dann noch da sein" werde, werde dann beantwortet, schob Ri hinterher.

Nordkorea Außenminister Ri Yong Ho (Imago/Kyodo News)

Nordkoreas Chefdiplomat Ri Yong Ho

USA legen nach

Das US-Verteidigungsministerium reagierte prompt. "Wenn Nordkorea seine Provokationen nicht einstellt, werden wir dem Präsidenten Optionen anbieten, um mit Pjöngjang umzugehen", sagte Pentagon-Sprecher Robert Manning in Washington. Welche Möglichkeiten Trump unterbreitet würden, sagte er nicht. Die Sprecherin des US-Präsidenten, Sarah Huckabee Sanders, stellte vorsichtshalber klar, dass die USA "keine Kriegserklärung gegen Nordkorea" ausgesprochen hätten. Diese Darstellung sei "absurd". 

Vorausgegangen waren auch nach der jüngsten UN-Generalversammlung massive gegenseitige martialische Drohungen der USA und Nordkoreas. Zur Demonstration militärischer Stärke hatte Trump am Samstag Kampfbomber entlang der Küste Nordkoreas fliegen lassen. Eine Staffel von B-1B-Bombern und F-15-C Eagle-Kampfjets patrouillierte vor der Ostküste über internationale Gewässer. Dies sei eine "Demonstration der Entschlossenheit der USA und eine klare Botschaft, dass der Präsident viele militärische Optionen hat, jegliche Bedrohung zurückzuschlagen", sagte Pentagon-Sprecherin Dana White dazu. Noch nie im 21. Jahrhundert seien US-Kampfflugzeuge vor der nordkoreanischen Küste derart weit nach Norden vorgedrungen.

Die Führung in Pjöngjang drohte ihrerseits mit einem Angriff auf das "gesamte US-Festland". In der nordkoreanischen Hauptstadt versammelten sich zehntausende Menschen zu einer Großkundgebung gegen die US-Regierung. Zehntausende Arbeiter, Soldaten und Studenten waren nach Pjöngjang geströmt. Ein riesiges Transparent zeigte unter dem Slogan "Koreas Antwort" rote Raketen, die über einem einstürzenden US-Kapitol niedergehen.

"Geistig verwirrt" und "größenwahnsinnig"

In seiner Rede vor der UN-Vollversammlung hatte der nordkoreanische Außenminister den US-Präsidenten einen "geistig verwirrten" und "größenwahnsinnigen" Mann genannt, der derzeit die "größte Bedrohung für den Frieden weltweit" darstelle. Trumps Drohung mit der "vollständigen Vernichtung" Nordkoreas mache einen "Besuch unserer Raketen auf dem gesamten Festland der USA umso unvermeidlicher", sagte Ri. Trump lasse Kim Jong Un keine andere Wahl, als mit dem "nuklearen Hammer der Gerechtigkeit" zu reagieren.

Vom "kleinen Raketenmann" 

Trump hatte wie gewohnt per Twitter mit massiven Warnungen geantwortet. Er habe gerade Ri vor der UN gehört, und "falls er die Gedanken des kleinen Raketenmannes wiedergibt - sie werden beide nicht mehr lange da sein!" Als "kleinen Raketenmann" bezeichnet Trump gewöhnlich den nordkoreanischen Machthaber Kim.

SC/jj/rb (afp, rtre, APE)

 

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