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Irak

USA bekennen sich zu Angriff mit zivilen Opfern in Mossul

März 2017: Bei einem Angriff auf eine IS-Stellung in Mossul sterben über hundert Zivilisten. Jetzt bestätigte das Pentagon, die Menschen seien versehentlich durch die Folgen des US-Luftangriffs getötet worden.

Die USA haben ihre Verantwortung für den Luftangriff in der irakischen Stadt Mossul eingeräumt. Damals wurden mindestens 105 Zivilisten getötet. Nach einer Untersuchung teilte das US-Verteidigungsministerium in Washington mit, der Angriff am 17. März habe zwei Heckenschützen der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) gegolten, die sich in demselben Gebäude wie die Zivilisten aufgehalten hätten.

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Kampf um Mossul: Krieg der Scharfschützen

Der Angriff sei mit Präzisionswaffen erfolgt. Die zwei IS-Terroristen seien getötet worden, doch sei infolge des Luftangriffs eine größere Menge Sprengstoff, die in dem Gebäude deponiert war, explodiert, erklärte der US-Luftwaffengeneral Matt Isler. Durch die gewaltige Explosion sei das Bauwerk eingestürzt und Zivilisten in den unteren Stockwerken sowie in einem benachbarten Gebäude ums Leben gekommen.

Keine Kenntnis von versteckten Zivilisten

Der Pentagon-Sprecher Isler betonte, weder die Truppen der US-geführten Anti-Terror-Koalition noch lokale Sicherheitskräfte im Irak hätten gewusst, dass sich Zivilisten in dem Gebäude zusammen mit den Heckenschützen aufhielten. Analysen hätten ergeben, dass ein Großteil der Schäden nicht von der ursprünglich eingesetzten Munition stammen könne. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt hatte die US-Armee eingeräumt, dass sie "wahrscheinlich" für den Tod der Zivilisten bei dem Angriff mitverantwortlich sei, hatte allerdings keine Zahlen genannt. 

Mossul ist die letzte Hochburg der Dschihadisten im Irak. Den Ostteil der Stadt hatten die irakischen Regierungstruppen mit Unterstützung der internationalen Militärkoalition bereits im Januar zurückerobert, um den Westen der Stadt wird weiterhin heftig gekämpft.

pab/qu (afp, dpa, rtr)

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