1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

USA: 6000 IS-Kämpfer bei Luftangriffen getötet

Im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) haben die USA nach eigenen Angaben etwa 6000 Kämpfer der Dschihadisten getötet. Jetzt planen sie mit dem Irak eine neue Offensive.

Diese Schätzung nannte der US-Botschafter im Irak, Stuart Jones, in einem Interview mit dem Fernsehsender al-Arabia. Vertreter des US-Verteidigungsministeriums bestätigten die Angaben. Verteidigungsminister Chuck Hagel sagte bei einer Pressekonferenz hingegen, er könne die Zahl nicht bestätigen. Hagel sprach aber zugleich ebenfalls von "tausenden" getöteten IS-Kämpfern, darunter einige IS-Anführer. Der Minister warnte davor, anhand solcher "body counts" - der Zählung von Todesopfern - den Fortschritt des Kampfs gegen den IS zu beurteilen. "Ich war in einem Krieg, in dem es jeden Tag viele body counts gab. Und wir haben diesen Krieg verloren", sagte er mit Blick auf den Vietnam-Krieg.

Es gebe aber andere Hinweise darauf, dass der IS unter Druck sei. So hätten die Dschihadisten Schwierigkeiten bei der Rekrutierung neuer Kämpfer, bei dem Erhalt von Nachschubrouten und der Kommunikation auf dem Schlachtfeld, so Hagel weiter.

Vorbereitungen zur Rückeroberung Mossuls

Die USA und ihre Verbündeten hatten im Irak am 8. August und in Syrien am 23. September vergangenen Jahres mit Luftangriffen gegen IS-Kämpfer begonnen. Sollte die Schätzung von 6000 getöteten Kämpfern zutreffen, wären dies rund 20 bis 30 Prozent der IS-Kampfkraft, die der US-Geheimdienst vergangenes Jahr auf 20.000 bis 31.500 Männer geschätzt hatte.

Derweil bereiten die USA und der Irak nach einem Bericht des "Wall Street Journals" zufolge die Rückeroberung der zweitgrößten irakischen Stadt Mossul vom IS vor. Kurdische Kämpfer sowie weitere vom Westen ausgebildete Kräfte sollten bis zum Frühling oder Sommer bereit sein, die Offensive zu starten, zitierte das Blatt den Chef des US-Militärkommandos Centcom, General Lloyd Austin. Er habe noch nicht entschieden, ob er sich dafür aussprechen werde, dass die Offensive von US-Soldaten unterstützt wird.

Ölpreise gefährden Kampf gegen IS

Iraks Regierungschef Haider al-Abadi hatte am Donnerstag nach einem Treffen der Anti-IS-Koalition erklärt, die Talfahrt der Ölpreise könnten auch den Kampf gegen den IS gefährden. Die niedrigen Ölpreise seien ein Desaster für den Haushalt seines Landes. Die irakische Wirtschaft und der Etat stützen sich nach Angaben al-Abadis zu 85 Prozent auf die Einnahmen aus dem Ölgeschäft.

Bei dem Treffen hatten ranghohe Vertreter von 21 westlichen und arabischen Ländern der Militärkoalition gegen den IS in London über ihre Strategie beraten. Dabei ging es auch um ausländische IS-Kämpfer, die Finanzquellen der Gruppe und die humanitäre Hilfe für die betroffene Zivilbevölkerung.

gmf/pg (afp, rtr)