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Aktuell Nahost

USA über israelische Kritik verstimmt

Während der Gaza-Krieg immer weiter eskaliert, wird das Verhältnis zwischen den USA und Israel zunehmend frostig: Nach heftiger Kritik israelischer Medien an US-Außenminister Kerry reagiert Washington verärgert.

US-Außenminister John Kerry habe das Gleichgewicht in den Verhandlungen für einen Waffenstillstand zugunsten der Hamas verändert, weil er sich auch mit Vertretern von Katar und der Türkei getroffen habe, hatten israelische Medien kritisiert. Die linksliberale Zeitung "Hareetz" beklagte, dass in dem Entwurf für eine Waffenruhe Israels Sicherheitsbedürfnisse praktisch nicht erwähnt worden seien. Beispielsweise müssten Raketen und schwere Waffen aus dem Gazastreifen abgezogen und "Terrortunnel" zerstört werden, die vom Gazastreifen nach Israel führten. Ein Kommentator der "Haaretz" bezeichnte das Vorgehen Kerrys als fahrlässig.

Washington reagierte äußerst verärgert. Außenamtssprecherin Jen Psaki sprach von einer bewussten Desinformationskampagne aus Israel. "Aus unserer Sicht ist das einfach nicht die Art, wie Partner und Verbündete miteinander umgehen", sagte Psaki vor Journalisten in Washington. Offenbar sei ein vertrauliches Ideenpapier aus dem Umfeld Kerrys an israelische Medien gegangen. Es habe sich dabei aber nie um einen offiziellen US-Vorschlag gehandelt, betonte Psaki.

Schwerste Angriffe seit Beginn der Offensive

Die Menschen in Gaza-Stadt erlebten in der Nacht die schlimmsten Angriffe seit Beginn der israelischen Offensive vor drei Wochen. Israelische Drohnen seien über die Häuser geflogen, schwere Explosionen hätten die Stadt im Minutentakt erschüttert, berichteten Einwohner. Nach Medienberichten wurden in Gaza etwa 150 Ziele mit Artillerie, von Kriegsschiffen und aus der Luft angegriffen. Rettungskräfte berichten von mindestens 16 Toten und zahlreichen Verletzten.

Auch das einzige Kraftwerk im Gazastreifen wurde getroffen. Der Dampfgenerator sei beschädigt worden und die Treibstofftanks hätten Feuer gefangen, sagte ein Vertreter der Energiebehörde in Gaza. Die Anlage sei außer Betrieb. Das Kraftwerk versorgt knapp ein Drittel der Haushalte im Gazastreifen mit Strom. Die Bewohner des Gebiets bekommen außerdem von Israel direkt Elektrizität, allerdings wurden nach Angaben des Behördenvertreters auch fünf der zehn Versorgungsleitungen jüngst durch Angriffe zerstört. Es war bislang unmöglich, in das Gebiet vorzudringen, um die Leitungen zu reparieren.

UN kommen an ihre Grenzen

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte vor der Vertreibung weiterer Zehntausender Menschen im Gazastreifen. Die Hilfsorganisationen hätten nicht die Mittel, einen neuen Flüchtlingsstrom zu bewältigen. Ban bezog sich auf Berichte, nach denen Israels Armee die Bewohner des nördlichen Gazastreifens zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert haben soll. Die Armee habe entsprechende Flugblätter über dem Gebiet abgeworfen. Ban forderte erneut einen Waffenstillstand in dem Konflikt. Er verurteilte den Raketenbeschuss Israels und den Tunnelbau von Gaza nach Israel durch die Hamas.

Nach UN-Angaben sind mehr als 170.000 Menschen innerhalb Gazas auf der Flucht. Viele suchten Zuflucht in Schulen und anderen Gebäuden des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge UNRWA.

cr/rb (dpa, epd, afp)