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Wirtschaft

US-Wirtschaft wächst überraschend stark

Die US-Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal sehr robust entwickelt. Das Wachstum war deutlich stärker als ursprünglich angenommen. Volkswirte zeigen sich überrascht.

Grafik Wirtschaftswachstum (DW)

Statt Rezession ein Wachstum von 3,3 Prozent - damit hatte niemand gerechnet

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,3 Prozent, das ist das stärkste Wachstum seit dem Sommerquartal 2007, wie das US-Wirtschaftsministerium am Donnerstag (29.08.2008) nach revidierten Berechnungen mitteilte. Zuvor war das Ministerium noch von einem Wachstum um 1,9 Prozent ausgegangen. Ökonomen hatten erwartet, dass die US-Regierung diese Zahl auf 2,7 Prozent nach oben korrigiert. Im ersten Quartal war die Wirtschaft um 0,9 Prozent gewachsen.

Hafen von Miami mit Containern und Arbeiter (AP Photo/J. Pat Carter)

Der Export lief stark, das half der Wirtschaft

Dem Ministerium zufolge ist das verbesserte Ergebnis vor allem auf Rekordexporte und eine vorübergehende Stimulierung durch Steuerrückzahlungen im Rahmen des Konjunkturprogramms der Regierung zurückzuführen. Experten gehen davon aus, dass das Wachstum im zweiten Jahresviertel das beste Quartalsergebnis dieses Jahres sein wird. Es sei aber zu erwarten, dass ein sich abzeichnender Rückgang der US-Verbraucherausgaben und der Exporte angesichts eines langsameren Wirtschaftswachstums in Übersee die Konjunktur wieder dämpften.

Starker Export

Die Unternehmen profitierten vom schwachen Dollar und steigerten ihre Exporte stärker als erwartet. US-Firmen exportierten 13,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch in den kommenden Monaten dürfte die Außenwirtschaft die wichtigste Stütze der US-Wirtschaft bleiben, sagte Postbank-Ökonom Brian Mandt.

Auch der private Konsum erwies sich stärker als bisher erwartet. Die US-Verbraucher steigerten ihre Ausgaben um 1,7 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte stärker als zunächst angenommen. Die privaten Ausgaben machen zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus. Um die Wirtschaft zu stützen, hatte die US-Regierung im Frühjahr Steuerschecks versandt. Das dürfte zumindest zum Teil die höheren Ausgaben der Verbraucher erklären. Laut UniCredit wird der private Konsum sich nach dem Auslaufen des staatlichen Konjunkturprogramms merklich abschwächen. "Es gibt keine Zweifel, dass das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte deutlich geringer ausfallen wird", teilte die Bank mit.

Rezessionsgespenst verscheucht?

Fallender Index vor der US Flagge DW-Montage: Peter Steinmetz

Im April gingen US-Notenbanker noch von einer schrumpfenden Wirtschaft aus

Angesichts der überraschend robusten Wachstumszahlen ist von einer Rezession in den USA laut der DekaBank keine Spur. "Zwar wurde das Wachstum von Sonderfaktoren wie dem sehr starken Außenhandel begünstigt, von einer gesamtwirtschaftlichen Rezession kann aber keine Rede sein", sagte DekaBank-Expertin Gabriele Widmann. Darüber hinaus stelle der vergleichsweise schwache Lageraufbau ein positives Vorzeichen für das Wachstum im dritten Quartal dar. "Für das dritte und das vierte Quartal rechnen wir mit Wachstumsraten von je 1,5 bis 2,0 Prozent."

Nach Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen sind die Daten kein Anzeichen eines nachhaltigen Aufschwungs. Das schwierige Umfeld für die US-Konjunktur sei nach wie vor da. Bereits das dritte Quartal werde wohl wieder schwächer ausfallen. Vor allem industrielle Stimmungsindikatoren hätten sich zuletzt per Saldo getrübt, und auch das Verbrauchervertrauen habe sich trotz sinkender Energiepreise nicht deutlich erholen können.

Das Platzen einer Immobilienkrise hatte die US-Wirtschaft in Schieflage gebracht und eine weltweite Finanzkrise ausgelöst. Ein Anzeichen dafür, dass die Schieflage am Wohnimmobilienmarkt noch nicht ausgestanden ist, ist die schwache Konjunktur am Bau. So verzeichnete der Wohnbau einen Rückgang um 15,7 Prozent. Seit Monaten gehen die Preise für Wohnimmobilien zurück, zuletzt war der Preisverfall in Ballungsräumen so hoch wie nie. (mas)

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