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Aktuell Amerika

US-Vorwahlen: Trump dominiert, Clinton und Sanders müssen teilen

Bei den Republikanern eroberte der Immobilien-Tycoon sowohl Mississippi als auch Michigan. Bei den Demokraten konnten sich die Ex-First Lady und der sozialistische Senator nur in einem der beiden Staaten durchsetzen.

Der Immobilien-Milliardär Donald Trump hat nach einer kurzen Durststrecke im US-Vorwahlkampf wieder Fahrt aufgenommen. Am Dienstag gewann er mit Mississippi, Michigan und Hawaii drei weitere Staaten und baute seine Führung bei den Delegierten der Republikaner für den Parteitag im Juli weiter aus. In Idaho unterlag er allerdings seinem Konkurrenten Ted Cruz. Der erzkonservative Senator aus Texas gewann in dem Bundesstaat im Nordwesten mit deutlichem Vorsprung vor dem umstrittenen Milliardär. Trump hat nun 461 Delegiertenstimmen gesammelt, Cruz 347.

Sanders: "Das war eine fantastische Nacht in Michigan"

Bei den Demokraten gewann der linke Senator Bernie Sanders überraschend die Vorwahl in Michigan gegen die frühere Außenministerin Hillary Clinton. Der 74 Jahre alte Senator kam in dem Bundesstaat im Mittleren Westen auf 50 Prozent der Stimmen, Clinton lag bei 48 Prozent. "Das war eine fantastische Nacht in Michigan", sagte Sanders. Der Ausgang zeige, dass seine Kampagne und sein Versprechen einer "politischen Revolution" überall im Land stark seien. Noch vor wenigen Tagen hatte er in Umfragen in Michigan mehr als 20 Prozent zurückgelegen.

Die ehemalige First Lady, die als Favoritin gilt, konnte allerdings die Vorwahl in Mississippi mit mehr als 80 Prozent für sich entscheiden. Sie profitierte in dem Südstaat vor allem von der großen Unterstützung durch afroamerikanische Wähler.

Ausschlaggebend im Nominierungsprozess sind die Delegiertenstimmen, die Präsidentschaftsbewerber bei den Vorwahlen für den Parteitag im Juli sammeln. Der knappe Ausgang in Michigan bedeutet, dass sich Sanders und Clinton die Delegierten aus dem Bundesstaat praktisch teilen. Angesichts ihres deutlichen Erfolgs in Mississippi konnte Clinton ihren Vorsprung bei den Delegiertenstimmen insgesamt weiter ausbauen. Sie hat nun 760 Delegierte hinter sich geschart, Sanders 546.

Während Clinton vor allem in den Südstaaten dominiert, erklärte Sanders, dass die Vorwahlen in seinen Hochburgen noch ausstünden. "Wir werden sehr, sehr gut an der Westküste und in anderen Landesteilen abschneiden", sagte er. Allerdings hat Clinton den Vorteil, dass die meisten der sogenannten Superdelegierten auf ihrer Seite sind - ranghohe Parteivertreter, die automatisch ein Wahlrecht auf dem Nominierungsparteitag haben.

Trump: "Umfragen zeigen, dass ich Hillary schlagen kann"

Donald Trump hatte am vergangenen Wochenende mit Kansas, Maine und Puerto Rico drei Wahlen bei den Republikanern klar verloren. Vorausgegangen war eine beispiellose Kampagne der eigenen Parteiführung gegen den Unternehmer aus New York. "Ich hoffe, dass die Republikaner es annehmen werden", sagte der 69-Jährige nach seinen Siegen in Michigan und Mississippi. "Umfragen zeigen, dass ich Hillary schlagen kann. Wir werden viele, viele Menschen von den Demokraten zu uns holen", fügte er hinzu. Tatsächlich sehen die meisten Umfragen Clinton im Vergleich mit Trump deutlich vorn.

Für Marco Rubio, den Favoriten des republikanischen Partei-Establishments, bahnte sich wie schon am vergangenen Samstag ein rabenschwarzer Tag an. Sowohl in Michigan als auch in Mississippi kam er nur auf einstellige Prozentsätze. Rubio muss am kommenden Dienstag in seinem Heimatstaat Florida unbedingt gewinnen, will er im Rennen bleiben. In Idaho lag er in den ersten Stimmbezirken auf Rang drei. Trump hat bei den Republikanern inzwischen 14 von 23 Vorwahlen gewonnen. Im Ringen um die meisten Delegiertenstimmen konnte er sich aber noch immer nicht entscheidend absetzen. Eine starke Strömung innerhalb der Republikaner versucht mit aller Macht, ihn als Präsidentschaftskandidaten zu verhindern. Viele Analysten gehen inzwischen von einer Kampfabstimmung beim Parteitag im Juli in Cleveland aus.

sti/cr (afp, ape, dpa, rtr)