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Aktuell Asien

US-Truppen länger als geplant in Afghanistan

Erneuter Richtungswechsel in der US-Politik: Kurz vor dem NATO-Gipfel in Warschau kündigt Präsident Obama an, weniger Soldaten aus Afghanistan abzuziehen als geplant. Dabei hat er auch seinen Nachfolger im Blick.

Anstatt die Truppenstärke auf 5500 abzusenken, sollen 2017 nun 8400 Soldaten in Afghanistan bleiben. Momentan sind etwa 9800 US-Soldaten in dem Land. "Die Sicherheitslage bleibt prekär. Die afghanischen Kräfte sind nicht so stark, wie sie sein müssten. Die Taliban bleiben bedrohlich", führte Obama zur Begründung aus.

Abzugspläne schon mehrmals geändert

Bei seiner Ankündigung im Weißen Haus erläuterte er, die Rolle der US-Soldaten sei weiterhin, afghanische Truppen und Polizisten auszubilden sowie Antiterroreinsätze gegen die Taliban und andere Gruppen zu unterstützen. Die jetzige Anpassung versetze seinen Nachfolger in die Lage, auf dieser Grundlage selber entscheiden zu können, sagte Obama. Der Demokrat hat seine ursprünglichen Abzugsankündigungen

bereits mehrfach geändert.

Verbündete orientieren sich am US-Militär

Morgen will er zum NATO-Gipfel nach Warschau reisen, der am Freitag beginnt. Dort wird die Sicherheitslage am Hindukusch ein Thema sein. Der Verbleib von amerikanischen Soldaten in Afghanistan ist seit Jahren ein Diskussionsthema mit NATO-Verbündeten wie Deutschland. Die Westeuropäer hatten klar gemacht, dass sie die

Präsenz ihrer Truppen an den Verbleib der US-Armee knüpfen,

die das Rückgrat des NATO-Einsatzes in Afghanistan bildet.

Zur Zeit sind rund 950 deutsche Soldaten vor allem im Norden Afghanistans im Einsatz. Ihr Hauptauftrag ist die Beratung und Ausbildung der einheimischen Sicherheitskräfte. Die Sicherheitslage in dem Land hat sich seit dem Abzug der NATO-Kampftruppen Ende 2014 drastisch verschlechtert.

uh/kle (dpa, rtr)

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