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Reise

US-Tourismusindustrie befürchtet Trump-Effekt

Besonders die Diskussion um die Einreiseverbote könnte die Reisewirtschaft belasten: Amerikas Reiseunternehmen sehen Anzeichen dafür, dass die Politik von US-Präsident Trump einen Umsatzrückgang bedeuten wird.

Neue Daten des US-amerikanischen Reiseverbands USTA in Zusammenarbeit mit Oxford Economics zeigen zwar, dass die Nachfrage nach Reisen in die USA im April stärker war als erwartet. Die Autoren des Berichts betonten allerdings, die Reisezahlen im April "unterdurchschnittlich schnell wuchsen" und dabei möglicherweise noch vom Sektor der Urlaubsreisen profitiert hatten. "Wenn wir nach vorne schauen, dann erwarten wir mehrere Faktoren, die einen negativen Effekt auf die Zahl der Reisen in die USA haben können: die Stärke des Dollars, eine schwache Weltwirtschaft und das unruhige politische Klima," heißt es in dem Bericht.

"America first" kontraproduktiv

Die Chefs der Reiseindustrie sind besonders besorgt über die Diskussion rund um Trumps Versuch, ein Einreiseverbot für die Staatsangehörigen mehrerer vorwiegend muslimischer Länder durchzusetzen. Ein Thema, das der US-Präsident nach dem jüngsten Terror-Anschlag in London erneut auf die Agenda brachte. "Worte wie 'Einreiseverbot' lassen uns frösteln," sagte James Murren, Vorstandsvorsitzender von MGM Resorts, während einer Diskussion in der New York University. Insider halten auch Trumps Devise "America first" für schädlich. "Wir müssen die Regierung und ihre Politik ansprechen," sagte Roger Dow, Präsident der USTA auf einer Pressekonferenz. "Es könnte sein, dass viele Menschen sich fragen, ob sie in den USA überhaupt noch willkommen sind."

Wanderer steht auf einem Felsen und blickt auf den Grand Canyon (Brand USA/Getty Images/iStockphoto)

Auch, wenn die US-Tourismusindustrie sich sorgt: So einsam wird es im Grand Canyon auch in Zukunft nur selten sein

Prognosen zeigten, dass die Zahl der Reisen in die Staaten 2017 im Vergleich zum Vorjahr stagnierten, sagte Amrriott-Boss Arne Sorenson. Er fügte aber hinzu, dass das Ergebnis angesichts des starken Dollars "nicht schlecht" sei.  Die Daten zeigen aber auch einen Rückgang von etwa 20 Prozent bei den Besucherzahlen aus dem Mittleren Osten und Mexiko - Länder, die Trump zuletzt hart kritisiert hat. Sorenson, ein Kritiker des Einreiseverbots, befürchtet, dass der US-Markt in den kommenden drei bis fünf Jahren darunter leiden wird - und das, obwohl der weltweite Tourismus weiterhin wachsen werde. "Der amerikanische Anteil wird schrumpfen, weil immer mehr Menschen nach Europa und zu anderen Zielen reisen werden, in denen sie sich eher willkommen fühlen."

Jonathan Tisch, Vorstandsvorsitzender von Loews Hotel & Co., sagte, dass eines seiner Hotels in Miami Absagen von Reisegruppen bekam, weil sie Teilnehmer aus den vom Einreiseverbot betroffenen Ländern hatten. Tisch sagte außerdem, dass die Emirates Fluglinie Flüge in einige US-amerikanische Städte gestrichen habe, und warnte mit Blick auf die milliardenschweren Einnahmeverluste in den Jahren nach dem 11. September, dass sein Land ein weiteres "verlorenes Jahrzehnt" riskiere.     

ka/pj (afp/rtr)