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Aktuell Asien

US-Student räumt in Nordkorea Vergehen ein

In Nordkorea sind schon häufiger Ausländer unter fragwürdigen Beschuldigungen eingesperrt worden. Im Januar wurde ein US-Student inhaftiert - wegen "feindlicher Aktivitäten". Nun soll er ein Geständnis abgelegt haben.

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Geständnis in Nordkorea

Die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldet, der 21-jährige Otto Frederick Warmbier habe in einem "Interview" mit in- und ausländischen Journalisten den Plan eingeräumt, eine politische Losung außer Landes zu schaffen. Dies sei auf Geheiß einer methodistischen Gläubigen in den USA geschehen.

Nach Angaben von KCNA gab Warmbier zu, das Banner aus einem Mitarbeiterbereich seines Hotels in der Hauptstadt Pjöngjang entwendet zu haben. Demnach hatte ihn die Mutter eines Freundes, eine Methodistin, gebeten, einen "wichtigen politischen Slogan" mitzubringen, um diesen als "eine Trophäe" in ihrer Kirche auszustellen. Sie habe ihm ein Auto im Wert von 10.000 Dollar (umgerechnet gut 9000 Euro) versprochen, für den Fall seiner Festnahme werde die Friendship United Methodist Church sogar 200.000 Dollar an seine Mutter überreichen. In einem Video, das der amerikanische Fernsehsender ausgestrahlt hat, sprach Warmbier vom "schlimmsten Fehler meines Lebens".

Nordkoreanische Medien hatten am 22. Januar über die Festnahme berichtet. Der junge Mann von der Universität von Virginia war nach Darstellung von KCNA mit einem Touristenvisum eingereist, angeblich um die "Fundamente der Einheit" des Landes zu erschüttern. Dabei habe der Student "unter der Anleitung der US-Regierung" gehandelt.

Droht ein Spionage-Prozess?

Da Warmbier Verfehlungen im Dienst der US-Regierung angelastet werden, könnte ihm wegen Spionage der Prozess gemacht werden. Im Dezember war ein 60-jähriger kanadischer Priester in Nordkorea wegen Vorwürfen der Aufwiegelung zu lebenslanger Haft mit Zwangsarbeit verurteilt worden.

In Nordkorea wurden in den vergangenen Jahren wiederholt Ausländer festgenommen, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt und dann nach Gegenleistungen ausländischer Regierungen freigelassen. Häufig versucht Pjöngjang, die Gefangenen als Faustpfand in Verhandlungen einzusetzen.

Öffentliche Geständnisse erwünscht

Wenn gegen Ausländer unter dem Vorwurf "feindlicher Aktivitäten" ein Prozess eröffnet wird, versucht Pjöngjang, die Beschuldigten zu öffentlichen Geständnissen zu bewegen. Sie können dafür auf eine mildere Strafe oder eine vorzeitige Entlassung hoffen.

Im November 2014 war der aus Südkorea stammende US-Bürger Kenneth Bae freigelassen worden, der im April 2013 zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden war. Bevor Bae und sein Landsmann Matthew Miller freikamen, war US-Geheimdienstkoordinator James Clapper nach Nordkorea gereist.

Nach einem nordkoreanischen Atomtest am 6. Januar und einem ebenfalls weltweit kritisierten Raketenstart des Landes, der einen Monat später erfolgte, haben die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA deutlich zugenommen.

kle/as (afp, dpa, ape, rtre)

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