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Nordkorea/USA

US-Student in Nordkorea aus der Haft entlassen

Ein 2016 in Nordkorea verhafteter US-Bürger ist von den nordkoreanischen Behörden auf freigelassen worden. Wie US-Außenminister Rex Tillerson mitteilte, wurde der 22-jährige Otto Warmbier bereits ausgeflogen.

Der US-Student Otto Warmbier beim Prozessauftakt 2016 (Imago/Xinhua)

Der US-Student Otto Warmbier beim Prozessauftakt 2016

Nach Angaben seiner Eltern liegt der junge Mann bereits seit vergangenem Jahr im Koma. Nach seiner Freilassung befinden sich nun noch mindestens drei weitere US-Bürger in Nordkorea in Haft.

Warmbier war wegen Diebstahls eines politischen Banners von einer Hotelfassade zu einer 15-jährigen Gefängnisstrafe mit Zwangsarbeit verurteilt worden. Er war im Januar 2016 am Flughafen festgenommen worden, als er zusammen mit seiner Tourgruppe das Land verlassen wollte. Während einer Pressekonferenz vor seinem Prozess sagte der schluchzende junge Mann, dass er mit dem Diebstahl des Banners "den schlimmsten Fehler seines Lebens" begangen habe.

Zusammenhang mit Rodman-Besuch?

Warmbiers Eltern erklärten in einem vom US-Fernsehsender CNN veröffentlichten Statement, ihr Sohn sei laut ihren Informationen nach seinem Prozess im März 2016 ins Koma gefallen. Ihm sei eine Schlaftablette verabreicht worden, danach sei er nicht mehr aufgewacht. Vom Zustand ihres Sohnes hätten sie erst vor einer Woche erfahren, berichteten Fred und Cindy Warmbier. Die US-Regierung hatte Warmbiers Strafe als völlig unverhältnismäßig kritisiert.

Warmbiers Haftentlassung traf zeitlich mit der Ankunft des exzentrischen früheren US-Baskeballstars Dennis Rodman in Nordkorea zusammen. Rodman wurde am Flughafen von Pjöngjang vom stellvertretenden Sportminister Son Kwang Ho und Journalisten empfangen. Für den als "Bad Boy" bekannten 56-Jährigen ist es sein mindestens fünfter Nordkorea-Aufenthalt seit 2013. Ob es einen Zusammenhang zwischen seiner Visite und der Freilassung Warmbiers gab, war zunächst unklar.

US-Kontakt zu nordkoreanischen Regierungsstellen

Tillerson sagte, dass die US-Regierung mit Pjöngjang wegen der noch inhaftierten US-Bürger in Kontakt stehe. In den vergangenen Wochen waren zwei Universitätsmitarbeiter mit US-Staatsbürgerschaft festgenommen worden. Ihnen wurden "feindselige Akte" und der Versuch eines Umsturzes angelastet. Beide Männer arbeiteten nach nordkoreanischen Angaben an der Pjöngjang Universität für Wissenschaft und Technologie (PUST), die von protestantischen Christen aus dem Ausland gegründet wurde. Außerdem wurde 2015 ein US-koreanischer Pastor in Nordkorea festgenommen und wegen Subversion und Spionage zu einer zehnjährigen Haftstrafe mit Zwangsarbeit verurteilt.

Die Freilassung Warmbiers und der Besuch Rodmans fallen in eine Periode verschärfter Spannungen zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten. US-Präsident Donald Trump hat seit seinem Amtsantritt im Januar den Druck wegen des nordkoreanischen Atomprogramms erhöht. Seine Regierung schloss auch ein militärisches Vorgehen nicht aus. Nordkorea provozierte seinerseits zuletzt die internationale Gemeinschaft mit mehreren Raketentests.

Besuch beim Diktator: Ex-Basketballer Dennis Rodman (picture-alliance/AP Photo/KCNA)

Besuch beim Diktator: Ex-Basketballer Dennis Rodman

Flucht über die Grenze

Einem nordkoreanischen Soldaten gelang unterdessen die Flucht über die streng bewachte innerkoreanische Grenze nach Südkorea. Der Soldat sei am Dienstagabend (Ortszeit) im mittleren Bereich der demilitarisierten Zone über die Grenze geflüchtet, teilte der Generalstab der südkoreanischen Armee mit. Beide Länder trennt eine über 240 Kilometer lange und vier Kilometer breite militärische Pufferzone. Der Soldat werde darüber befragt, was ihn zur Flucht bewogen habe und wie er ungehindert durch die Pufferzone gelangt sei, hieß es.

Nach Berichten der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap war es die erste Flucht eines Soldaten der nordkoreanischen Volksarmee über die Grenze in den Süden seit September 2016. Aus dem weitgehend abgeschotteten Nordkorea fliehen jedes Jahr zahlreiche Menschen vor Hunger und Unterdrückung. Dass Menschen dabei über die innerkoreanische Grenze direkt nach Südkorea gelangen, kommt eher selten vor. In den meisten Fällen fliehen Nordkoreaner über die Grenze nach China. Viele von ihnen gelangen über dritte Länder nach Südkorea.

sti/cgn/fab (afp, dpa, rtr)