US-Steuerreform gut für Daimler und BMW | Wirtschaft | DW | 22.12.2017
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Automobilindustrie

US-Steuerreform gut für Daimler und BMW

Die in dieser Woche in trockene Tücher gebrachte US-Steuerreform ist auch international hoch umstritten. Für deutsche Autobauer scheint sie sich aber als segensreich zu erweisen.

Die umstrittene Steuerreform von US-Präsident Donald Trump beschert dem Daimler-Konzern noch im laufenden Jahr einen milliardenschweren Sonderertrag. Durch die Reduzierung des Steuersatzes für Unternehmen werde bei Tochterunternehmen in den USA die Neubewertung künftiger Steuerforderungen und -verbindlichkeiten notwendig.

"Hieraus wird sich ein Steuerertrag von voraussichtlich 1,7 Milliarden Euro ergeben, der das Konzernergebnis des Jahres 2017 entsprechend erhöht", teilte der Dax-Konzern überraschend mit. Allerdings gebe es auch gegenläufige Effekte, die nicht im Zusammenhang mit der US-Steuerreform stünden. Per Saldo werde sich damit das Konzernergebnis "nur um 1 Milliarde Euro" erhöhen.

"Daneben enthält der Gesetzesentwurf diverse weitere Einzelmaßnahmen, deren Auswirkungen auf Daimler aktuell im Detail analysiert werden", heißt es weiter in der Mitteilung. Für die ersten neun Monate 2017 hatte Daimler einen Konzerngewinn von knapp 7,6 (Vorjahr: 6,6) Milliarden Euro bekannt gegeben.

Freude auch in München

Der Autobauer BMW rechnet wie auch Konkurrent Daimler mit einem milliardenschweren Geschenk durch die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump. Die Neubewertung von Steuerpositionen werde zu einem positiven Effekt auf das Konzernergebnis von 0,95 bis 1,55 Milliarden Euro führen, teilte der Dax-Konzern aus München unerwartet mit. Die exakte Höhe könne erst im Rahmen des Konzernabschlusses 2017 berechnet werden.

Trump hatte das Gesetz am Freitag unterzeichnet - und sprach von einem Gesetz "für die Mittelschicht und für Jobs" und von der "größten Steuerreform aller Zeiten". Das Gesetz über Steuererleichterungen im Umfang von 1,5 Billionen Dollar ist der bisher weitaus größte Erfolg für Trump und die Republikaner. Kern ist eine massive Senkung der Ertragsteuer für Unternehmen von bisher 35 auf 21 Prozent von 2018 an.

dk/cr (dpa)