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Politik im Football

US-Sportler protestieren gegen Trump

Über 150 Football-Spieler knien während der Nationalhymne nieder und setzen ein Zeichen gegen die verbalen Attacken von Präsident Donald Trump. Der hatte die protestierenden Sportprofis zuvor als "Hurensöhne" bezeichnet.

USA American Football Oakland Raiders - Washington Redskins (Getty Images/P. Smith)

Protestierende Football-Spieler der Oakland Raiders in Washington

Als Zeichen des Protests gegen Präsident Donald Trumps verbale Angriffe auf einige Profi-Sportler knieten sich am Sonntag über 150 Spieler der US-Football-Liga während der Nationalhymne vor dem Spiel nieder. Einer der größten Proteste fand in Washington beim Spiel der Redskins gegen die Oakland Raiders statt, als sich fast die gesamte Mannschaft der Raiders hinkniete. Andere schlossen sich Arm in Arm stehend zusammen. Manche hoben die Faust zum geschichtsträchtigen Black-Power-Gruß der US-Sprinter Tommie Smith und John Carlos bei den Olympischen Spielen 1968. In Chicago blieben die Spieler der Pittburgh Steelers während der Nationalhymne in der Kabine. Auch Sportler anderer Mannschaften zeigten diese Geste. 

USA American Football Houston Texans - New England Patriots (Getty Images/J. Rogash)

Robert Kraft und andere Vereinspräsidenten stellen sich schützend vor ihre Spieler

Spieler, die während der Nationalhymne nicht aufrecht stehen, hätten keinen Respekt vor Land und Flagge, so sieht das Präsident Donald Trump und empfahl bereits am Samstag, die knienden "Hurensöhne" vom Platz zu jagen und zu feuern. Nun schlägt ihm eine Welle des Protests entgegen, auch von seiten der Vereinspräsidenten. So äußerte sich der Chef der Patriots, Robert Kraft, "tief enttäuscht" vom Ton Trumps. Die Spieler seien "auf oder neben dem Platz" stets darum bemüht zu vereinen und die Gemeinschaft zu stärken.

Auf den Knien gegen Rassismus

"Erfinder" der Protest-Geste ist der frühere Quarterback der San Francisco 49ers, Colin Kaepernick. Er ging im vergangenen Jahr während der Hymne auf die Knie, um gegen die Polizeigewalt gegen Minderheiten in den USA zu protestieren. Mittlerweile geht es nicht nur um Rassismus, sondern auch um das Recht auf freie Meinungsäußerung. 

Prominente, wie Sänger Stevie Wonder solidarisieren sich mit den Sportlern und auch US-Veteranen zollen den Spielern in einem offenen Brief Respekt: "Das Recht dieser Athleten und aller Amerikaner zu protestieren, ist es, das wir alle versprochen haben wenn nötig mit unserem Leben zu verteidigen." Trump reagierte auf die Gesten der Spieler via Twitter: "Arm in Arm stehen sei gut, knien nicht akzeptabel."

Über das Wochenende hatte bereits Basketball-Superstar LeBron James den Präsidenten einen "Penner" genannt, weil Trump die Einladung an den aktuellen NBA-Meister vom Empfang im Weißen Haus ausgeladen hatte.

jv/as (dpa, afp)

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