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Welt

US-Spezialeinheit tötet Osama bin Laden

Der Chef des Terrornetzwerks El Kaida, Osama bin Laden, ist tot. Das teilte US-Präsident Barack Obama in einer Fernsehansprache mit. Der Terrorist sei bei einer Kommandooperation in Pakistan getötet worden.

Osama bin Laden (Archivfoto/Grafik: AP)

Er wird verantwortlich gemacht für den Tod mehrerer Tausend Menschen

Er war der meistgesuchte Terrorist der Welt: El-Kaida-Chef Osama bin Laden. Seit Montag (02.05.2011) steht fest, dass der international gesuchte Anführer des Terrornetzwerks tot ist.

Obama gab Tod bekannt

US-Präsident Barack Obama (Foto: AP)

US-Präsident Obama informierte die Öffentlichkeit vom Tod Bin Ladens übers Fernsehen

US-Präsident Barack Obama erklärte in einer Fernsehansprache in Washington, dass eine US-Spezialeinheit Osama bin Laden am Montag, kurz nach Mitternacht (Ortszeit Pakistan), in der Nähe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad bei einem Gefecht getötet habe.

Der Top-Terrorist sei bei Abbottabad, rund 100 Kilometer nördlich von Islamabad, gestellt worden. Nach Informationen des US-Nachrichtensenders CNN starb Bin Laden durch einen Kopfschuss. Der pakistanische Geheimdienst ISI bestätigte den Tod Bin Ladens durch die gemeinsame Operation mit den US-Kräften. ISI-Chef Ahmed Shuja Pasha sagte im Fernsehen, auch einer der Söhne Bin Ladens sei getötet worden.

Erste Hinweise seit August 2010

Osama bin Laden (Foto: AP)

Jahrelang wurde Osama bin Laden gejagt

"Der Gerechtigkeit ist Genüge getan", erklärte Obama bei seiner Fernsehansprache. Nach Obamas Angaben erhielt die US-Regierung bereits im August 2010 erste Hinweise auf den Unterschlupf Bin Ladens in Pakistan. In der vergangenen Woche habe er ausreichend Informationen gehabt und sich entschlossen zu handeln, sagte der US-Präsident.

Obama betonte, dass mit dem Tod Bin Ladens der Kampf gegen den Terrorismus nicht zu Ende sei. Er bekräftigte, dass die Amerikaner sich nicht im Krieg mit dem Islam befänden. "Die USA werden nie in einen Krieg mit dem Islam treten. Bin Laden war kein muslimischer Führer, er war ein Massenmörder von Muslimen", sagte Obama.

Beisetzung auf Hoher See

Obama bestätigte, dass der Leichnam sich in den Händen der Amerikaner befunden habe. Nach Informationen aus US-Regierungskreisen sei er aber kurze Zeit später bereits im Meer bestattet worden. Der Getötete sei im Anschluss an die Aktion nach Afghanistan gebracht und anschließend auf Hoher See beigesetzt worden. Genauere Angaben zum Ort wurden nicht gemacht. Zuvor hatten Regierungsbeamte erklärt, der Leichnam sei gemäß der islamischen Tradition behandelt worden. Demnach habe der Tote innerhalb von 24 Stunden beigesetzt werden müssen.

Noch nicht abgeschlossen sind die Untersuchungen zur Überprüfung der Identität des getöteten El-Kaida-Chefs. So hieß es zunächst, ein Schnell-Gentest hätte seine Identität geklärt. Nun sagte ein US-Regierungsvertreter, dass Experten Techniken zur Gesichtserkennung eingesetzt hätten, um die Identifizierung des langjährig Gesuchten sicher zu stellen. Außerdem werde die DNA der Leiche untersucht. Das Ergebnis werde in wenigen Tagen zur Verfügung stehen.

Jubelnde Amerikaner vor dem Weißen Haus

Menschenmenge vor dem Weißen Haus (Foto: AP)

Begeistert reagierten die US-Bürger auf die Nachricht

Bin Laden gilt als der Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York. Fast 3000 Menschen wurden damals getötet, als Bin-Laden-Gefolgsleute Flugzeuge in die Türme steuerten. Er wurde seitdem von den USA gejagt.

Der Tod Bin Ladens wurde schon vor dem Weißen Haus von tausenden Menschen gefeiert, bevor Obama vor die Kameras trat, um den Tod offiziell zu bestätigten. Vor dem Zaun des Weißen Hauses versammelte sich die Menge und jubelte. US-Fahnen wurden geschwenkt und immer wieder gab es: "USA, USA"-Rufe.

"Sieg für Amerika"

Fernsehbilder zeigen ein brennendes Gebäude in der Nacht (Foto: AP)

Das Anwesen ging nach der Operation in Flammen auf

Obamas Vorgänger, der Republikaner George W. Bush, gratulierte dem Präsidenten bereits in der Nacht. Bush lobte die Männer und Frauen des US-Militärs und der Geheimdienste, "die dieser Mission ihr Leben gewidmet haben". Bush sagte, Obama habe ihm die Nachricht persönlich mitgeteilt. "Diese bedeutende Leistung markiert einen Sieg für Amerika, für Menschen, die weltweit nach Frieden streben, und für alle, die Nahestehende am 11. September 2001 verloren haben."

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle zeigten sich nach Bekanntgabe des Todes von Osama bin Laden erleichtert, aber auch besorgt. So warnte Merkel vor Nachlässigkeit. Die "Kräfte des Friedens" hätten einen Erfolg errungen, besiegt sei der internationale Terrorismus damit allerdings noch nicht. "Wir alle werden wachsam bleiben müssen", ließ sie über ihren Sprecher Steffen Seibert bekanntgeben. Westerwelle schloss in seiner Stellungnahme nicht aus, dass Vergeltungsschläge der Terroristen drohen könnten. Eine wehrhafte Demokratie sei deshalb umso wichtiger.

Terrorgefahr bleibt

Dass die Terrorgefahr mit diesem Schlag gegen El Kaida nicht gebannt ist, zeigt die aktuelle Warnung des Außenministeriums der USA. Nach der Mitteilung vom Tod des El-Kaida-Chefs wurden die im Ausland befindlichen Staatsangehörigen vor möglichen Vergeltungsmaßnahmen des Terrornetzwerks gewarnt. Die Erklärung richtet sich an "US-Bürger in Gegenden, in denen die jüngsten Ereignisse anti-amerikanische Gewalt auslösen könnten".

Das Ministerium riet dringend dazu, Aufenthalte außerhalb von Häusern und Hotels auf das Nötigste zu beschränken sowie sich von Menschenansammlungen und Demonstrationen fernzzhalten. Die Warnung werde zunächst bis zum 1. August gelten, hieß es. Außerdem wurden die US-Botschaften weltweit in Alarmbereitschaft versetzt.

Autorin: Marion Linnenbrink (afp, dpa, rtr)
Redaktion: Martin Schrader/Ursula Kissel

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