1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Akteneinsicht

US-Sonderermittler spürt Michael Flynn nach

Die Schlinge um den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater zieht sich enger. Die entscheidende Frage lautet: Was steht in den Akten? Robert Mueller, der die Russland-Affäre aufklären soll, lässt nicht locker.

USA Michael Flynn ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater (picture-alliance/AP Photo/C. Kaster)

Im Visier: Michael Flynn (Archivbild)

US-Sonderermittler Robert Mueller will laut einem Zeitungsbericht den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn genauer unter die Lupe nehmen. Muellers Mitarbeiter hätten vom Präsidialamt in Washington Unterlagen im Zusammenhang mit Flynn angefordert, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf Insider.

Es sei zwar keine offizielle Anweisung. Doch es sei die erste bekannte Anfrage von Muellers Team, um an Unterlagen aus dem Weißen Haus zu gelangen, heißt es in dem Bericht. Weder das Präsidialamt noch Flynns Anwalt äußerten sich bisher dazu. Der ehemalige Sicherheitsberater gilt als Schlüsselfigur in der Russland-Affäre um mögliche unerlaubte Kontakte zwischen dem Wahlkampf-Team des jetzigen Präsidenten Donald Trump und Vertretern der Regierung in Moskau.

Spur in die Türkei

Mueller geht dem Verdacht nach, Russland könnte Trumps Wahl beeinflusst und geheime Absprachen mit dessen Umfeld getroffen haben - zu Lasten der demokratischen Rivalin Hillary Clinton. Sowohl Trump als auch der Kreml bestreiten das energisch. Doch völlig substanzlos sind die Vorwürfe offenbar nicht: Flynn war im Februar nach nicht einmal einem Monat im Amt wegen falscher Angaben zu seinen Gesprächen mit dem russischen Botschafter in Washington vor die Tür gesetzt worden.

USA Sonderermittler Robert Mueller (Reuters/L. Downing)

Genießt parteiübergreifend Respekt: Sonderermittler Robert Mueller (Archivbild)

Eine weitere Spur führt an den Bosporus. Wie die "New York Times" schreibt, klopften die Ermittler mehrere Zeugen daraufhin ab, ob Flynn in den letzten Monaten des Wahlkampfs heimlich von der türkischen Regierung bezahlt wurde. Bereits im Juni hatte die Nachrichtenagentur Reuters erfahren, dass Mueller auch Flynns Arbeit für den türkischen Geschäftsmann Ekim Alptekin ins Visier nahm.

Sechsstellige Summe für "Recherchen"

Alptekins Firma Inovo BV überwies demnach im Herbst 2016 rund eine halbe Million Dollar an Flynns Beratungsunternehmen - für eine geplante Dokumentation über den islamischen Prediger Fethullah Gülen. Nach eigenen Worten heuerte Alptekin Flynn an, um zu erforschen, wie Gülen die Atmosphäre zwischen der Türkei und den USA vergifte. Der Geschäftsmann ist ein Verbündeter des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der den im US-Exil lebenden Gülen als Drahtzieher des Putschversuchs im vergangenen Jahr beschuldigt.

Sonderermittler Mueller, einst langjähriger FBI-Direktor, war im Mai vom Justizministerium eingesetzt worden. Er soll mutmaßliche russische Manipulationen zugunsten Trumps aufklären. Und er soll prüfen, ob dessen Mitarbeiter in derartige Machenschaften eingebunden waren. Erst am Donnerstag hatte das "Wall Street Journal" berichtet, Mueller habe im Zuge der Russland-Untersuchungen eine sogenannte Grand Jury eingesetzt. Ein solches geheim tagendes Geschworenengericht kann Beweismaterial einholen, Zeugen unter Eid vernehmen und Anklage erheben.

jj/se (afp, rtr)